Die Eltern, der gerade 18-jährigen Trish lassen ihren Teenie-Sproß allein zu Haus und fahren erstmal weg. Grund genug für das Mädel, ihre Barbie-Puppe in die Mülltonne zu schmeißen und ihre Freundinnen zu einer Pyjamaparty einzuladen, die der „Endlich Erwachsen-Klientel“ gebührt. Nachdem über Mitschülerin Valerie gelästert wurde, entschließt sich diese lieber auf ihre kleine Schwester Courtney aufzupassen, anstatt der Mädchen-Combo Gesellschaft zu leisten. Ein glücklicher Umstand, denn der aus der Irrenanstalt entflohene Serienkiller Russ Thorn treibt sein Unwesen in der Gegend. Unter Zuhilfenahme einer großen Bohrmaschine dezimiert der Psychopath schon recht bald die Party-Gesellschaft.
Schon lange bevor Wes Cravens „Scream“ als Reanimation und Parodie des Slasher-Subgenres abgefeiert wurde lieferte Regisseurin Amy Holden Jones mit The Slumber Partymassaker schon zur Hochzeit des Genres den ultimativen Abgesang auf „Halloween“ und Co.! Von der ersten Minute an werden sämtliche Konventionen des Slashers über Board geworfen und das Grundskelett des Genres erbarmungslos vorgeführt und parodiert: Die ersten Titts and Asses werden bereits nach drei Minuten vor die Kamera geschmissen und Identität, wie das Gesicht des Killers mit dem Drillbohrer entlarvt man nach bereits sehr kurzer Zeit. Danach nutzt man die verbleibende Spielzeit um all das auszubreiten was Wes Craven uns eine Dekade später plakativ auf dem Silbertablett anreichte: Sämtliche Mechanismen und Stereotypen, die die Gesetzmäßigkeiten des Teenie-Slashers inne wohnen fliegen angereichert mit Selbstironie und schwarzen Humor versehen über den Screen, dass es qualmt. Hier hagelt es Halloween-Zitate und das „Guter Babysitter rettet kiffende Unvernunft vor dem puritanischen Rächer“-Thema wird bis aufs Letzte demaskiert und ad absurdum geführt. Selbst der Nachbar, der von Trishs Eltern angewiesen wurde nach dem Rechten zu sehen stört sich nicht daran, wenn die Freundinnen ihr Gras auspacken. Das 08/15-Prinzip von post-koitaler Bestrafung für Unkeuschheit am Teenieleib verliert ebenso an Gültigkeit wie auch das Motiv des Killers als Nichtigkeit in die Mülltonne wandert. Sogar des Klischee des Mordwerkzeuges als Phallusersatz breitet sich in skurriler Überzeichnung ab, wie sie sonst nur ähnlich in Hoopers Texas Chainsaw Massacre 2 zu erleben war: Dem Shot des nackten Mädchenhinterns unter der Dusche folgt 40 Minuten später der Gegenschuss in Form des Drillbohrers der zwischen den Beinen des Mörders emporragt. Dass die Kürzung des enormen Bohraufsatzes durch einen Machetenhieb beim Fiesling für große Augen sorgt verwundert da nict mehr wirklich. Den absoluten Höhepunkt erreicht die Groteske durch eine Mordsequenz, die mit einem identischen Kill, der im TV von Valerie läuft zusammen montiert wird, so das die Identität des Films als die Exploitation überführt, die dem Werk anhaftet, das im Nachtprogramm den Babysitter unterhält. Verschränkte sich bei „Friday the 13th“ noch der sexuell konnotierte Subkontext mit einem Mordhinweis, der sich hinter der im Bild signalisierenden Farbe rot bemerkbar machte, so drückt der Killer in Holden Jones’ Werk einfach nur eine blutverschmierte Barbie an das Fenster um seine Rache an der weggeworfenen Kindheit anzukündigen. Was hier an Übertreibungen und Persiflagen auf den Zuschauer nieder prasselt winkt förmlich permanent mit dem großen Hinweisschild, das immerzu ausruft: „Ich bin die Summe der plakativen Konsummassenware, die euere Kinos verstopfen!“ Absolut großartig in seiner anprangernden Unterhaltsamkeit und dem Quasi-Recycling namens „Scream“ weit überlegen.