"The Slumber Party Massacre" ist ein netter, aber aus heutiger Sicht recht angestaubter "Slasher", der interessanter- oder für manchen auch uninteressanterweise von einer Frau gedreht wurde. Der zu erwartende andere Blickwinkel auf das Filmgenre stellt sich jedoch nicht ein: Es werden zunächst ein paar Brüste gezeigt, relativ früh präsentiert sich der Bohrmaschinen-Mörder in voller Arbeitsmontur inkl. Gesicht, so dass kein Ratespiel mehr stattfindet, und dann werden nach und nach alle üblichen Motive des damals noch relativ jungen Genres abgearbeitet. Höchstens Zweideutigkeiten wie der zwischen den Beinen des Mörders baumelnde Bohrer und seine spätere Abtrennung durch eines der Mädels dürften irgendwelchen Freud-Jüngern wieder das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.
Vieles ist so, wie man es aus Filmen dieser Art eben kennt: So gleiten nicht nur plötzlich irgendwelche baumelnden Leichen von der Decke herab, nein, es wird auch wieder ausgiebig Holz holen gegangen, die dunkle Garage zwecks ungemütlicher Liebesspiele aufgesucht, und natürlich darf auch das obligatorische Kätzlein aus dem Schrank hüpfen.
Die gehäuft auftretenden Pseudoschocks ("Huch!!! - Ach, Sie sind's nur, Herr Nachbar!") gehen mit der Zeit mächtig auf die Nerven und rechtfertigen zumindest die Überlegung, ob diesem Film möglicherweise schon parodistische Hintergedanken unterstellt werden können. Aber dafür fehlt letztlich doch eine gewisse Überspitzung und Verfremdung, die die Klischees des gewohnten Herumgemordes entlarven könnte.
Was den Film einigermaßen unterhaltsam macht, sind in meinen Augen weniger die teils schlecht getricksten, teils gänzlich im Off stattfindenden Morde, sondern eher die teilweise ganz amüsanten Szenen und Dialoge, z. B. ob es angemessen ist, bei größerem Hungergefühl auf die mit Blut abgeschmeckte Ware eines frisch ermordeten Pizzalieferanten zurückzugreifen oder was die junge Courtney als ihre Bio-Hausaufgabe bezeichnet.
Letztlich aber ein nur mittelmäßiges Vergnügen, da die Mordszenen zwar zahlreich, aber enttäuschend sind und die vielen Buh-Szenen einem den Spaß etwas verderben.