Review
von Leimbacher-Mario
Bunga Bunga Party im Bällebad
Mehr 80er-Slasher als „The Slumber Party Massacre“ geht kaum. Weit mehr als einfach nur „noch so‘n Bohrmaschinen-Killer“, inszeniert von einer Feministin (!), liefert diese blutige Pyjamaparty genau das, was ihr Titel verspricht. Was drauf steht, ist auch drin. Und das reicht einfach manchmal! Ein Psychopath metzelt sich mit seinem beeindrucken Phallus bzw. Stabbohrer durch eine Meute Mädels in Unterwäsche und Schlafanzügen... Nicht mehr, nicht weniger. Keine Satire oder gar Parodie, aber durchaus mit dem Selbstbewusstsein für seine eigene Plemplemtheit. Der perfekte Film für die nächste Pyjamaparty! Guilty Pleasures kommen kaum süßer.
Fein kredenzt mit einer Mischung aus Augenzwinkern und Ernsthaftigkeit, Gore und Brüsten, sodass kein echter Slasherfan meckern wird. Den weiblichen Touch merkt man nicht Sigurd, nur, wenn man genau hinschaut, doch dann zieht er sich durch und wirkt erfrischend straight und selbstironisch, sowohl auf Feminismus wie auf das Subgenre der Slasher bezogen. Ohne Gründe oder Vorgeschichte, ohne Masken und Verkleidungen bohrt sich der Partycrasher durch die „Teens“, die allesamt mindestens fünf Jahre zu alt aussehen. Dieser Driller Killer schämt sich nicht für sein Aussehen oder seine Taten und das sollte dieses Cheesefest ebenso wenig. Die Laufzeit ist knackig, die Mädels sind knackig, der Score ist knackig und das Gesamtbild ist beknackt aber herzlich. Da wundern die etlichen Nachfolger, von denen keiner mehr wirklich an das Original heranragte, nicht. Visuelle Pointen, schräge Mode und ein unkaputtbarer Mörder mit ernsthaften Männlichkeitskomplexen - alles am richtigen Platz. Wäre unter den Mädels (oder auch Jungs) doch nur irgendjemand, der in Erinnerung bleibt oder den man mag, dann wäre das Ding noch effektiver. Annehmbare Darsteller hätten auch geholfen. So reicht‘s für kurzweile, kultige Schlitzerware, die dann doch irgendwie cleverer ist, als man erwartet oder ihr zutraut. Dezent subversiv.
Fazit: „The Slumber Party Massacre“ tickt in nichtmal 80 Minuten zuverlässig alle, aber auch wirklich absolut alle Slasherklischees ab, dreht sie dann unbemerkt auf links und macht genau deswegen unheimlich viel Spaß. Ein bisschen wie nach Hause kommen. Zuverlässig, nackelig, saftig. Erdbeertage mal anders. Wenig Stoff, viel Fun.