Review

Nein nein, das hier ist nicht der „Driller Killer“, der als Video Nasty so vielen Leuten dicke Gerichtsakten gemacht hat – das hier ist ein anderer Driller!
Beliebtes Werkzeug könnte man meinen, wenn auch etwas unhandlich. Aber phallisch. Und darum geht’s ja.

Tja Leute, wenn es um Archetypen eines Genres oder Subgenres geht, dann können wir auf „The Slumber Party Massacre“, wohl alle Fahnen hissen, wie es zahlreiche Fans dieses kleinen, aufs Wesentliche reduzierten Slashers auch gern tun.
Man hat es nicht häufig mit einem Film zu tun, bei dem man sich nicht sicher sein kann, ob er nun gleichzeitig todernst und einfallslos sein soll oder gleichzeitig eine etwas lahme Parodie, bei der man sich ständig wissentlich Schulterstöße geben kann.

Ursprünglich sollte es zumindest mal eine Parodie sein, doch davon ist durch Umstrukturierungen während der Produktion nicht mehr viel übrig geblieben und so marschiert der bohrende Mörder nun bierernst erst durch die High School und dann durch die Übernachtungsparty, wo sich die potentiellen Opfer dem Genre entsprechend angniggern, nachdem sie erst ordentlich Cool Aid (die 70er-Version von Red Bull, zum Anrühren, wie „Quentsch“) gesüffelt und ordentlich einen durchgezogen haben (hihihi…).

Dabei ist alles, was man so braucht, für seinen Post-Halloween-Gedächtnisslasher: Kamerafahrten und Einstellungen wie in „Halloween“, Blickwinkel wie in „Halloween“, „Halloween“-Zitate, dann noch eine fast leere Wochenend-High-School, die wie durch ein Wunder binnen Sekunden verriegelt und verrammelt ist und das nicht ganz so party-freudige Nachbarschaftsgirl, welches auf eine Jüngere aufpassen soll, die nahezu genauso alt ist. Barbusig schwelgt die Kamera durch die Umkleide, die Jungs schon ganz scharf und später (wegen Beischlafverbot und so) ganz doll tot.
Und am Ende gibt es dann das große Driller-gegen-Machete-Duell, bei dem die phallische Entmannung des Aggressors praktisch gedoppelt auf die Spitze getrieben wird.

Wer also Versatzstücke sammelt, ist hier richtig, wer aber einen richtig guten und spannenden Film sucht, nur so mittel, wie man so schön sagt. Besondere Filmkünstler waren hier nämlich nicht am Werk, stattdessen biederes Handwerk, mäßige Kamera und teilweise ganz furchtbarer Schnitt, was bei einer 75minütigen Laufzeit auch schon eine Leistung ist.

Der Killer wird dann auch gar nicht aufwändig maskiert oder mit einem Motiv versehen, er sieht einfach aus wie der Monteur von nebenan, der gerne mal was wegmeuchelt, in Großaufnahme und total unbewegt (also nicht mal groß Lustgewinn bei der Sache).
Und die Morde?
Ach je, da wird zwar viel gebohrt und durchstoßen, aber weder sieht man besonders viel Schmodder, noch wirkt das überzeugend ausgeführt und meistens in Sachen Spannung eher kontraproduktiv. Zum Ende hin geht es zwar etwas zur Sache, aber Innovation war den Machern leider fremd.
Stattdessen haben sie ihren Archetyp schnell durchgezogen, bevölkert mit ziemlich egalen Mädelstypen, die nun wirklich noch gar nichts Schlimmes gemacht haben und vielleicht freut das ja den einen oder anderen so sehr, dass man davon noch zwei Fortsetzungen in den 80ern wegkurbelte und ein Publikum fand.
Ich hab dann bei der inszenatorischen Unzulänglichkeit und dem mangelnden Spannungsaufbau schon nach 15 Minuten auf die Uhr geschaut und da hatten noch nicht mal alle ihre Schlafanzüge an. (4/10)

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