Nachfolger zu und Weitererzählung von Die Olsenbande fliegt über die Planke (1981), ursprünglich als Abschluss der Reihe und deswegen gleich als Zweiteiler, dort mit einem entsprechenden offenen Ende und der Vorausschau auf Kommendes entsprechend geplant. Der Vorgänger mit genug Geschehen als Vorbereitung, an deren Ende steht man trotzdem mit leeren Händen, aber immerhin noch mit dem Leben dar, war man doch genug Abenteuer und Gefahren ausgesetzt, gekidnappt worden und auch zwischenzeitlich als verstorben, da ausgeschaltet von der 'Konkurrenz' geglaubt:
Einem Mordversuch durch einen Säuretank der Amager Syrefabrik nur knapp entkommen, hat Egon Olsen [ Ove Sprogøe ] erneut einen Plan, der die Bande um Benny Frandsen [ Morten Grunwald ] und Kjeld Jensen [ Poul Bundgaard ] in den Besitz des roten Koffers mit dem Vertrag für Bang-Johansens illegalen Waffenhandel bringen soll. Diesmal ist aktiv auch Kjelds Ehefrau Yvonne [ Kirsten Walther ], und bald ebenso Detektivassistent Jensen [ Axel Strøbye ] und Polizeiassistent Holm [ Ole Ernst ] involviert.
Die Ereignisse von dort werden hier noch einmal kurz zusammengefasst, in einer Rückblende, einer Rückbesinnung erklärt, der lange letzte Coup, der Rückzug, der Rückzug vom Rückzug, weil nicht alles so geklappt hat wie geplant, weil man an eine spezielle kriminelle Organisation im großen Stil gerät. Mehrfach wurden dort buchstäblich die Hosen heruntergelassen, um das Leben gerungen, es wurde gestritten und sich wieder vertragen; die Polizei weiß fast mehr, ist aber noch außen vor. Illegale Waffenkäufe, die Mafia, um Multikapitalinteressen, um Politik und andere Petitessen.
...über die Planke fliegt man dort übrigens nicht, sonst gäbe es diesen Film hier nicht, ....über die Berge geht es hier schon, nämlich nach Frankreich, speziell nach Paris, ein Auslandsaufenthalt, ein Reiseausflug. Der Film hier fängt dann selber genau da an, wo man dort aufgehört hat, noch ist man an Ort und Stelle, noch kochen die Emotionen. Schnell wird sich wieder zusammen gerissen und zusammen gerauft, ein jeder hat sein Grund, sein Motiv für die Weiterführung der Geschichte, sein eigenes Interesse. Viel mit Blicken wird hier gearbeitet, mit Schabernack und Slapstick, die Norweger haben beide Filme übrigens gleich zusammengefasst, die Handlung auf den Punkt gebracht, um 'Unwichtiges' gekürzt. Dabei ist auch dieser Film hier eifrig in Bewegung, von Alters- oder Abnutzungserscheinungen noch nichts zu spüren, werden kleine Gaunereien ausgeheckt und Kettenreaktionen in Gang gesetzt, mit Wortwitz gespielt und mit Aufwand arrangiert. Dabei kommen auch dänische Eigenheiten zum Vorschein, die Pünktlichkeit ist eine Tugend hier, eine erweiterte Aufnahme in der Hauptstadt Kopenhagen setzt den Verkehr vorübergehend lahm und außer Gefecht, unvorhergesehene Ereignisse nicht eingerechnet. Der gesellschaftliche Anteil und Einfluss ist dabei größer als im Erstling, Faktoren, die man schlecht einplanen kann in seine Rechnung, auch geht es hier mehr um Maschinen, Sicherheitsvorkehrungen, Sicherheitslücken, allgemein um Technik.
Dabei wird zwischendurch mal resigniert, dann wieder engagiert, wird Männerchauvinismus gezeigt und dem widersprochen, während die Polizei immer noch am Aktenwälzen ist und am Zugucken, ein jeder hat seine Richtlinien, Verordnungen und Befehle. Es gibt ein wenig Sarkasmus und Satire, die Gewerkschaft wird aufs Korn genommen, die Vorschriften, die nicht einzuhalten sind, zudem man hier auch Yvonne Jensen entscheidend und ausdrücklich auf ihren eigenen Wunsch hin mit. Es gibt Männer in Frauenkleidern, einerseits Emanzipation, andererseits niederer Klamauk pur. Es gibt Einschleichen und Einschleusen, es gibt Austricksen und Vortäuschen, es gibt pubertierenden Humor, plus das Herausfinden eines Geheimverstecks. Spannungsmomente sind hier fast höher, es gibt eine speziell ausgebildete Bewachertruppe, es gibt Irrtümer und Chaos pur. “Wir sollten lieber aufgeben.“, heißt es mittendrin, ein gewaltiger Plan, eine gewaltige Pleite, nach der Hälfte der Laufzeit steht man wieder vor den Scherben des Wirkens, das Pech am Wirken, es ist selten die eigene Schuld, Kommissar Zufall hat auch sein Machtwort mitzureden, manches entscheidet auch das Schicksal, das liegt dann in der Sache der Natur.“Wir fahren nach Paris“ ist dann die Notlösung, ein Trio am Diskutieren, allein die Reise ein Erlebnis wert. Carlsberg und Tuborg spielen auch eine Rolle, der Alkohol fließt schon früh am Tag in Strömen, die Polizei hat längst resigniert, der Weltfrieden in der Hand Krimineller, ein weltpolitisches Geschehen.
Eifrig aus der Puste gerät man ab und an, ein fremdes Land, es gibt hier Hotdogs, in Dänemark scheinbar unbekannt. Aufwand scheut man jedenfalls nicht, fleißig Außenaufnahmen, die Ganoven in der Metro, auf dem Eiffelturm, die Stadt der Liebe von oben und von unten in Augenschein genommen, ein globaler Markt, ein grenzüberschreitender Konflikt. Kommunikationsschwierigkeiten werden mit Gestikulieren und Mimik geklärt, oder auch nicht, es vereinfacht die Angelegenheit jedenfalls nicht. Komplikationen häufen sich, nur Benny kommt mal zum Zuge, eine kurze Form der Menschlichkeit, es wird kurz an frühere Zeiten, an das auf Jütland bspw. reminisziert respektive romantinsiert. Genau einmal wird die Regie besinnlich, der Sonnenaufgang genossen, die Ruhe vor dem Sturm, die Gemeinschaft beschworen, das Savoir-vivre kurz genossen, von oben auf den erwachenden Champs-Élysées geblickt, mit dänischer Soße, mit Margarine, Milch und Soja hantiert.