Review

Gibt es eigentlich Irgendjemanden, der diese verwöhnten amerikanischen Gören , deren Eltern sie in diese First-Class-Internate abgeschoben haben, leiden kann ?

Nach einer Hollywood-Regel müssen diese Institute auch immer in neo-schloßartigen Gebäuden untergebracht sein, um damit schon optisch Grusel zu verbreiten. Ebenso selbstverständlich spielt der Film unter den ältesten Jahrgängen der Highschool, damit auch Sex legitimiert ist und natürlich beginnt der Film mit der Ankunft eines neuen Schülers...

Soweit, so bekannt - und der geneigte Zuseher stellt sich in freudiger Erwartung auf das hoffentlich bald beginnende Gemetzel unter den schuluniformgewandeten Zöglingen ein.

Und genau das will der Film auch erreichen - betont noch dadurch, daß kurz zuvor ein tatsächlicher Mord an einer Schülerin begangen wurde. Allerdings an einer "Externen", wie verächtlich bemerkt wurde.

Wer jetzt ernsthaft an diesem Film interessiert ist ,sollte nicht mehr weiterlesen, denn der Film spielt mit Erwartungshaltungen und der damit verbundenen Ungewissheit.

Ist auch drin ,was auf der Verpackung steht ? - Wird es vielleicht noch das, worauf ich hoffe ? -Oder ist alles ganz anders ?

Owen, der neu an die Schule kommt, lernt gleich die attraktive Dodger kennen und findet über sie den Einstieg in eine Runde, die sich ihre gepflegte Langeweile mit Spielen vertreibt, bei der es vor allem um die Beeinflussung der Umgebung geht. Je nachdem welche Ziele man verfolgt, werden die Gegenspieler so getäuscht, daß sie entsprechend reagieren.

Da das in der kleinen Gruppe immer überschaubarer und damit uninteressanter wird, nehmen die Beteiligten den Mord an der Mitschülerin zum Anlaß ,einen Serienmörder namens "Wolf" zu erfinden und vertreiben das Gerücht innerhalb der gesamten Schule....bis das Ganze zum Selbstläufer wird.

Dem Film gelingt es, uns Zuseher als Mitspieler miteinzubeziehen und es wird immer schwieriger zu erkennen, wer denn nun was ist und was damit bezweckt wird...

Auch wenn Genrekenner sicherlich einiges durchschauen und sich über Logiklöcher mokieren mögen, so bleibt doch immer eine gewisse Unsicherheit und schlußendlich bekommt das Ganze doch einen gut durchdachten und schlüssigen Rahmen.

Durchaus empfehlenswerte Variante zu den beliebt-berüchtigten Teenie-Slashern ohne allzu brutale Details (also nichts für Gore-Fans). Gerade der Ärger einiger der Kritiker zeigt, daß der Film gut funktioniert, indem er unsere Erwartungshaltungen mit einbezieht und uns so in eine bestimmte Richtung beeinflußt, getreu dem spielerischen Motto des Films. Und wer hat das schon gern ? (7/10)

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