Review

Heiße Teufelchen


Was passiert wenn man „Cruel Intentions“ mit „Scream“ und einer Prise „April Fools Day“ mischt? Vielleicht eine Art „Cry_Wolf“, nur echt mit dem Unterstrich! ;) Es geht um einen neuen Schüler an einer Elite-High School, der Bekanntschaft mit einer Clique macht, die gerne das in Deutschland unter dem Namen „Werwolf“ bekannte Spiel spielt, bei dem es um verbales Täuschen und Austricksen seiner Nebenmänner und -frauen geht. Doch als die Gruppe reicher Teenager das Spiel, angestachelt durch einen eiskalten Mord, auf die ganze Schule ausbreitet, gehen schnell Misstrauen und Unsicherheit um und keiner weiss mehr, was denn Fake und was blutiger Ernst ist...

„Cry Wolf“ ist ein solider, intelligenter Slasher, der sein Genre und sein Publikum gut kennt und fein umgarnt und umspielt. Vielleicht ist er nicht ganz so clever wie er meint zu sein, doch das Meiste gibt Sinn und überrascht und fesselt. Die Protagonisten sind allesamt nicht die Sympathischsten, das Setting mit der Uni/Schule wirkt ausgelutscht und eintönig, der meist geringe Blutzoll ist logisch aber enttäuschend - und dennoch hat man eine gute Zeit. Das muss man den Machern hoch anrechnen und viele Spielregeln werden gekonnt gekippt und fast unkenntlich gemacht. Sozusagen eine Enttäuschung und Erleuchtung zugleich. Oder kurz nacheinander. Vor allem der allerletzte Twist wirkt sehr rund und befriedigend. Außerdem sind die jungen Akteure sehr schick anzusehen und die Bilder spiegeln in ihrer grauen Tristesse fein das beliebige und gelangweilte Innenleben der Elitekids wieder. Audiovisuell und von Tempo her passt ebenfalls alles. 

Fazit: the Dorm that dripped Fake Blood - ein fast jugendfreier Slasher. Geht das? Ja, doch. Wesentlich besser als man meinen könnte. Twisty und atmosphärisch. Für Slasherfans eine bunte Tüte und ein cleveres Spiel mit den Klischees und Regeln des Subgenres. Nett. Und Jon Bon Jovi als Lehrer :D. 

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