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Hier geht es um Waffen. Um Waffen, die eigentlich eingesetzt werden sollen, um sich selbst Sicherheit oder sogar Selbstsicherheit zu geben, doch dabei bleibt es leider nicht, denn nur, weil in der gesprochenen Präambel der Dandies das Wort "Tod" durch "Leben" ersetzt wird, ist eine Waffe noch lange kein Lebensspender, auch wenn sich alle lebendiger durch ihren Besitz fühlen. Leider endet das hier in einem ganz furchtbaren Ende, weshalb der Film auch eine KJ-Freigabe erhalten hat, auch wenn bis dahin keine großen Gewaltmomente zu sehen waren.

Eigentlich handelt der Film nur von ein paar Jungendlichen, die sich irgendwann per Zufall Waffen angeschafft haben, damit sie sich besser fühlen. Aber bei den Gefühlen ist es nicht geblieben, denn die Waffen wurden auch eingesetzt. Anfangs war es etwas Gutes, was die Dandies bewirken wollten, doch das kehrte sich ins Gegenteil, als sie merkten, dass man ihnen ihre Waffen abnehmen könnte. Fast wie süchtige Junkies.

Das es in den Vereinigten Staaten viele Menschen mit Waffen gibt, ist allen wohl bekannt, und bestimmt haben dort viele einfach nur eine Waffe um sich sicherer zu fühlen. Doch manchmal bezahlt man mit dieser vermeintlichen Sicherheit mit einem sehr hohen Preis, der, wenn es ganz dick kommt, auch "Leben" heißt. Und natürlich hat der Film dabei einen Fingerzeig auf die Gesellschaft. Ob das von Lars von Trier geschriebene Drehbuch allerdings die Waffenlobby an sich moralisieren wollte, kann man nur vermuten, denn es ist absolut grausam, was dort passiert, und es passiert nur, weil alle im Waffenbesitz sind und damit wird natürlich der Waffenhandel und -besitz verurteilt, ob das nun so gewollt war oder nicht.

Die Atmosphäre, die der Film dabei versprüht, könnte der ein oder andere vielleicht sogar als langweilig-einlullend beschreiben, aber gerade das ist es, was die Gesellschaft in Amerika ausmacht: Es kümmert niemanden, wenn ein paar Spätpubertierende mit Waffen herum ballern, denn jeder Amerikaner hat das Recht eine Waffe zu besitzen. Man darf aber dabei auch nicht außer Acht lassen, dass dieser Film zwar mit Bill Pullman in einer der Hauptrollen gedreht worden ist, der Film aber nicht zwangsläufig in den USA spielen müsste. Es gibt allerdings eindeutige Hinweise darauf, auch wenn es kein Hollywoodfilm ist.

An Schauspielern gibt es neben dem eben erwähnten Pullman eigentlich niemanden, der auch nur annähernd bekannt wäre, und auch Pullman ist hier nicht im Vordergrund sondern fast gleichberechtigt neben den anderen Darstellern. Keiner sticht heraus. Vielleicht ein wenig Richard aber nur marginal.

Der Ton ist exzellent, denn gerade die Schüsse kommen schon mit einer gewissen Wucht über die Lautsprecher, was dem Film, im Gegensatz zu seiner manchmal etwas trägen Handlung, gut tut.

Für meinen Teil kann ich sagen, dass sich dieser Film gelohnt hat. Dabei kann man glaube ich hier nicht auf die Allgemeinheit schließen. Insgesamt gehört er außerdem zu den Kontroversen, da der Waffenbesitz in Amerika durchaus gegensätzlich gesehen werden kann, und es lohnt über diesen tagtäglich neu zu sinnieren. Und gerade das Ende, was ich hier mit Absicht nicht verraten habe, bietet genug Stoff für kontroverse Diskussionen und ist auch ein Stückchen weit skandalös. Er hätte aber auch als Drama durchgehen können. Ansehen lohnt insgesamt.

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