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Der Zombiefilm ist wieder im kommen! Nachdem das Remake von "Dawn of the Dead" für den nötigen Aufschwung sorgte, erst kürzlich "Shaun of the Dead" in den Kinos sehr erfolgreich den Fun-Splatter wieder auf die große Leinwand zurückholte, scheinen scheinbar noch andere Länder Gefallen an ausgefeilten Zombie-Streifen gefunden zu haben. Dieses Jahr erwarten uns viele Leckerbissen wie "Dead & Breakfast", Romeros "Land of the Dead" läßt die "Gemeinde" hoffen und derweil kann man im Underground manch gut produzierte Independent-Perle wie die "Plaga Zombie" Teile (Argentinien) entdecken. Aus Spanien erwartet uns ein weiterer Knaller, wobei ich ob meines mangelhaften spanischen Wortschatzes der abstrusen Geschichte nur bedingt folgen konnte. Spaß macht der Film - versteht man ihn - dann sicher mehr.

Es geht hier um wohl um einen Freak (ähnelt optisch "Elton") dessen größter Wunsch es ist einen Zombiefilm zu drehen. Zusammen mit seinem Kollegen, einem rausgeschmissenen Radiomoderator gerät er an eine satanische Sekte die später Untote entfesseln...oder so ähnlich. Mal schauen was sich dahinter verbirgt, von "I-On" (die schon "Mucha Sangre" nach Deuschland brachten) soll wohl eine deutsche DVD kommen, dann wird man mehr wissen. Inszenatorisch ist der Film aber besser als der recht taugliche "Mucha Sangre", professioneller gemacht in allen Belangen. Zwar fließt deutlich weniger Blut als erwartet, jedoch ist das gezeigte immer noch ganz ansehlich; auf "echte" Splattereffekte wird jedoch größtenteils verzichtet. Auch zu verschmerzen ist das die Zombies erst verstärkt in der zweiten Filmhälfte auftauchen; dann aber geht es richtig zur Sache. Kein Wunder: produziert wurde der Streifen von Santiago Sangura der für die durchgeknallten "Torrente" Teile verantwortlich ist, hier auch eine abgedrehte Rolle als Sekten-Mitglied hat. Inspiriert wurde der Streifen wohl von Tarantino und "Der blutige Pfad Gottes", deren verschachtelte Erzählweisen mit vielen coolen Kameraeinstellungen und -fahrten hier sehr gut übernommen wurden.

So wird die Geschichte in (mehrere Jahre überdauernde) Rückblenden erzählt, angefangen von der Kindheit der beiden Hauptdarsteller bis zum jetzigen Zeitpunkt. Bilder werden "eingefroren", Charakter vorgestellt. Sehr stimmig. Teilweise ist das etwas konfus, wie gesagt ohne wirklich zu verstehen was abgeht ist man schon etwas aufgeschmissen. Temporeichtum wird auch Anfangs ohne Zombies großgeschrieben, der kühle Look in blauen Bildern schafft Atmosphäre. Dabei gibt es manch stimmige Shoot-Out Einlage, deren Blutgehalt aber nicht annähernd so hoch ist wie bei "Mucha Sangre" - ist das Zombieblut doch grün; die Zombies selber sind keine verwesten Untoten sondern sprechende Halbtote die einigermaßen normal wirken. Die Mitglieder der bösen Sekte kommen wie eigentlich alle Darsteller cool rüber, auf Over-Acting wurde größtenteils verzichtet, trotzdem gibt es eine Menge an (un)freiwilligen Humor. So nimmt sich der Film auch nicht ganz so ernst, dreht am Ende nochmal völlig auf um mit einem furiosen und bleihaltigem Finale zu enden.

Ich bin echt mal gespannt was es hier an Wortwitz und Geschichte gibt, freut Euch auf jeden Fall auf einen Zombie-Film der anderen Art - im Sommer wissen wir mehr!

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