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Aijón, Comic- und Horrorfreak, wird nach reichlichem Müßiggang von seinen Eltern rausgeschmissen. Caspas, einen Art „Talk Radio“ Moderator mit Provo-Metal-Attitüde, wird vom Sender gefeuert. Zusammen wollen die beiden Naivlinge einen Film drehen, als sich Carla zu den Losern gesellt. Ihre Produzentenkontakte macht Caspas vorbildlich zunichte (schön der geliebten Yuppiekatze etwas Koks verabreicht), während sich gleichzeitig eine Satanistengruppe in der Stadt herumtreibt und diverse Morde begeht. Irgendwie treffen die beiden Gruppen aufeinander und das Chaos steigt merklich an, auch wenn man nicht immer weiß, welcher Charakter denn nun was bezweckt. Ein richtiger Untotenfilm, wie man beim Titel denken möchte, ist diese Komödie eigentlich nicht, sondern viel Gauneraction mit gelegentlichen Horrorelementen. Das Augenmerk liegt auf überdrehtem Humor vom Anfang bis zum Ende, von nettem Wortwitz bis hin zu etwas Splatstick. Meist beschränken sich die Spezialeffekte auf blutige Schießereien, manchmal gibt es gar einen aufgeschlitzten Bauch und hier und da etwas grünes Zombieblut zu sehen. Ein Horrorschocker will dieser amüsante Film gar nicht sein, dafür zünden die Unmengen an Gags besser, als bei „Mucha Sangre“ z.B. Wem „El Dia De La Bestia“ gefallen hat, der dürfte hier auch auf seine Kosten kommen, in beiden gibt das spanische Zugpferd Santiago Segura sein komisches Talent zum Besten. Das Skript haut sogar einige Oneliner heraus (zum Thema Waffenhandling: „Erst schießen – und dann weiterschießen“), die etwas wirre Figurenzuordnung bei all der Ballerei um die beiden Filmemacher ohne Plan, man mag es kaum glauben, macht am Ende sogar wieder einen Sinn. Sofern solch ein wahnwitziger Streifen denn überhaupt einen Sinn macht, Spaß macht er in jedem Fall. Dazu bedient sich Regisseur Lamata einer durch und durch spanischen Verwurstung einiger Genreklischees, die zwar spritzig das jüngere Publikum anspricht, doch nicht gleich komplett infantil wie manch anderes aus seinem Land wird. Kann man den Infos glauben schenken, ist dieses Debüt von Lamata und Aijón gleichzeitig ein reflexives und selbstironisches Statement.

Fazit: Durchgeknallte Horrorkomödie in der Tradition von „El Dia De La Bestia“. Kommt weitgehend auch ohne Zombiesplatter aus. Für Lamentas Erstling 6/10 Punkten

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