Der Fotojournalist Noah Greeley lichtet einen mysteriösen Fremden ab. Das Bild wird als Titelstory in der Tageszeitung veröffentlicht. Als die Krankenschwester Kathleen McAllister das Foto sieht, reagiert sie fassungslos. Ist auf dem Bild ein Familienmitglied abgebildet? Sie ist überzeugt, dass der Mann, der "John Christmas" genannt wird, ihr verschollener Bruder Hank ist - ein heldenhafter Feuerwehrmann, der vor 25 Jahren plötzlich verschwand. Während die ganze Stadt an der wahren Identität des Fremden interessiert ist, begeben sich Kathleen und Noah auf die Suche nach John Christmas.
Filme die versuchen den Geist der Weihnacht via Bildschirm in die Herzen der Menschen zu hämmern gibt es ja mehr als genug. Entscheidend für mich ist immer, ob es die jeweilige Geschichte schafft den schmalen Grat zwischen Kitsch und interessanter Story zu meistern, was John Christmas aber leider nicht immer gelingt.
Was mit stellenweise nicht gefallen hat, waren verschiedene der Charakter. Allein schon unsere zentrale Figur Kathleen trägt eine übertrieben edle Gesinnung spazieren, das eigentlich nur noch ein paar Flügel fehlen, die aus der Achsel sprießen. Allein die Einstellung wie sie metaphorisch mit dem Fuß aufstampft als in ihrem Krankenhaus beschlossen wurde die Notaufnahme zu schließen und die ach so armen mittellosen Menschen von ihr keine Gratisbehandlung mehr bekommen, ist zuckrig ohne Ende. Das trifft auch auf die Tochter von Love Interest Noah zu, die ständig ihre mir-doch-egal Parolen an die frische Luft läßt das es graust. Da weiß man sowieso schon nach einer Viertelstunde, wie der ganze Schmonzes letztlich ausgeht.
Ausgenommen ist dabei natürlich Peter Falk der hier so etwas wie den Weihnachtsengel gibt, der nicht auf Fotos erscheint, aber in verschiedenen Rollen und Kostümen die Menschen mit Rat und Tat zur Seite steht. Hier ist es fast schon ein wenig verwirrend das er seine Original Columbo Synchro bekommen hat, denn ich wartete ständig auf so Sätze "Ich hätte da noch eine kleine Frage für meinen Bericht".
Alles in allem dominieren aber hier die Klischees. Die Suche nach dem Bruder, der Umgang der Presse und der edle Held der mit seinem Hund die Herzen der Mitmenschen bewegt. Wer generell Weihnachtsfilme mag, wird wohl sicherlich auch finding John Christmas mögen. Etwas weniger Einschläge in die melodramatische Kerbe hätten es hier aber auch gerne sein dürfen.
4/10