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US-Komiker und -Parodist Weird Al Yankovic fiel hierzulange in den 1980ern vor allem durch seine famosen Musikvideo-Parodien zu Michael Jacksons „Beat It“ („Eat It“) und „Bad“ („Fat“) auf, war und ist in den USA aber auch darüber hinaus eine große Nummer. Regisseur Jay Levey hatte 1985 für die Yankovics Karriere dokumentierende Mockumentary „The Compleat Al“ erstmals mit ihm zusammengearbeitet. 1989 finanzierte die „Orion“-Produktion beiden den Kinofilm „UHF - Sender mit beschränkter Hoffnung“.

George Newman (Weird Al Yankovic) träumt beim Burgerbraten im Imbiss von einem Abenteuerspielfilm mit Oscar-Gewinn – und fliegt daraufhin hinaus. So ergeht es ihm regelmäßig, ständig befindet er sich auf Jobsuche. Doch plötzlich kommt er wie die Jungfrau zum Kinde zu einer neuen Anstellung – und zu was für einer: Sein Onkel (Stanley Brock, „Amazonen auf dem Mond“) setzt ihn als Studiodirektor des maroden Fernsehsenders Kanal 62 ein! Zusammen mit seinem Kumpel Bob (David Bowe, „Eine Frage der Ehre“) reitet er den Sender jedoch erwartungsgemäß nur weiter in die Pleite und zu allem Überfluss verlässt ihn auch noch seine Freundin Teri (Victoria Jackson, „Family Business“), nachdem er ein Rendezvous mit ihr verschlafen hat. Frustriert schickt er den einfältigen Hausmeister Stanley Spadowski (Michael Richards, „Seinfeld“) in die Kindersendung, die er zuvor höchstpersönlich und erfolglos moderiert hat. Doch der jüngst bei der großen Konkurrenz Kanal 8, dem Sender des üblen Kapitalisten R.J. Fletcher (John Paragon, „Elvira – Herrscherin der Dunkelheit“), gefeuerte „Facility Manager“ haucht erst der Sendung und schließlich dem ganzen Sender mit seiner liebenswürdigen, naiven und chaotischen Art neues Leben ein und macht ihn überraschend zu einem vollen Erfolg. Bei Kanal 8 ist man darüber not amused und versucht mit allen Mitteln, den unliebsamen Mitbewerber durch Übernahme auszuschalten…

„Jede Woche hat man hier einen neuen Boss!“ (Die Fluktuation im Mediengeschäft ist hoch…)

Im Prinzip ist „UHF - Sender mit beschränkter Hoffnung“ eine Aneinanderreihung mediensatirischer Clips, womit er – auch was das Humorverständnis betrifft – an Produktionen wie „Kentucky Fried Movie“ oder „Amazonen auf dem Mond“ erinnert. Größter Unterschied ist, dass „UHF“ von einer Rahmenhandlung zusammengehalten wird, die nicht immer ganz geglückt ist und insbesondere in ihrem Kampf gegen Fletcher jedes naive Klischee bis hin zum selbstgefälligen Happy End bedient. Weitaus mehr punkten können da Yankovics Kernkompetenzen, nämlich wenn er Werbespots durch den Kakao zieht, das „Fischrad“ (anstelle des „Glücksrads“) ausstrahlt und weitere abwegige Sendekonzepte vorstellt, „Conan, der Bibliothekar“ auf der Bildfläche erscheint, im „Stadtgespräch“ die Jerry-Springer-Asozialen-Talkshow parodiert oder „Ghandi II“ statt „Rambo II“ über die Mattscheibe flimmert. Gegenüber anderen Musikvideo-Parodien fällt Yankovics hier enthaltene „Money For Nothing“-Persiflage jedoch ab (im Original von Dire Straits).

„Die Allgemeinheit bedeutet mir genauso viel wie ein Fressnapf voll Hundekot!“ (Fletcher fletscht die Zähne)

So wird Kanal 62 also erfolgreichster Sender der Stadt, woraufhin R.J. Fletcher ihn übernehmen will. Dass sich Georges Onkel Harvey gezwungen sieht, darauf einzugehen, wird kurzerhand mit Wettschulden erklärt, der Verkauf von Senderanteilen an die Bevölkerung per Aktiengeschäften wirtschaftlich reichlich blauäugig als Allheilmittel suggeriert. Die Entführung des Moderators und Hausmeisters in Personalunion durch Fletchers Häscher nimmt man indes zum Anlass für eine köstliche „Rambo“-Parodie, in der Yankovic als Stallone-Lookalike seinen Freund wie aus Vietnam zu befreien versucht. Genial-bescheuerte Splatter-Effekte brechen sich bahn und bevor es gänzlich absurd wird, endet die Persiflage abrupt und gelingt die Befreiung auch ohne Rambo. Allen Regeln Hollywoods entsprechend gelingt die finanzielle Rettung in letzter Sekunde und wird Fletcher schließlich öffentlich düpiert, für den es von allen Seiten knüppeldick kommt – während mir hier dann doch etwas die ironische Distanz fehlt. Doch wie dem auch sei, „UHF – Sender mit beschränkter Hoffnung“ ist total, ja, teilweise extrem überzeichnet und albern, was in den einzelnen Parodien wesentlich besser funktioniert als in der Rahmenhandlung, für Freunde des grellen Humors der letzten Dekaden des vergangenen Jahrtausends sowie Weird-Al-Yankovic-Fans demnach eine Empfehlung. Wer es jedoch ausschließlich subtil und feingeistig mag und von popkulturellen Bezügen nichts hält, sollte dringlichst die Finger hiervon lassen. Als Message gibt uns der Film „Stell dich nie zwischen einen Hausmeister und seinen Wischmopp!“ mit auf den Weg und allein schon dafür zücke ich 6,5 von 10 Punkten.

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