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Durchs Fernglas beobachtet der neugierige Filmstudent Giulio (Elio Germano) seine attraktive Nachbarin Sasha (Elisabetta Rocchetti). Nachdem ihre vermögende, herrische Mutter (Milvia Marigliano) ermordet wurde, entdeckt Giulio Sashas Interesse an einem Hitchcock-Film, in dem zwei Fremde planen, den Mord des jeweils anderen zu begehen. Fieberhaft forscht Giulio nach Sashas Mittäter…

Ein routiniert aus dem Ärmel geschüttelter Thriller mit zahlreichen Anspielungen auf das Kino von Alfred Hitchcock, der wie eine Studie über die Neugierde wirkt, die den Voyeur unter dem Vorwand der Zivilcourage verführt, seinen Mitmenschen nachzuschnüffeln und die Beobachtungen mit eigenen Hirngespinsten aufzuladen. Der zweischneidige Ertrag ist riskante Aufklärung und lustvolle Einbildung. Freilich nutzt der Film kaum die naheliegende Gelegenheit, die sich selbst erfüllenden Annahmen, mit denen der Starrer an das Angestarrte herantritt, tiefer auszuleuchten. Auch handwerklich muss Argento seine Ambitionen auf die Möglichkeiten eines gehobenen Fernsehfilms zurückschrauben. Wenigstens gelingt es dem feinen Schlussbild, den heiklen Zwiespalt des Spannens noch einmal schlaglichtartig bewusst zu machen und das Publikum einigermaßen anregend aus einer insgesamt nicht mehr als mittelprächtigen Darbietung zu entlassen.

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