Review

Manchmal frage ich mich, ob es ratsam ist, wenn ein Genreregisseur das Genre wechselt?
Im vorliegenden Thriller Do You Like Hitchcock? kann man dies nicht so richtig nachweisen.

Der Beginn ist eher verwirrend. Fast glaubt man schon, einem typischen Argento-Film beizuwohnen.
Zwei Hexen, ein geschlachtetes Huhn und peitschendes Blut an Fensterscheiben sind die inhaltsstoffe der ersten Minuten.

Danach sind wir in einem gänzlich anderen Genre angekommen, und Argento versucht (krampfhaft?) eine Art Huldigung an Sir Alfred Hitchcock zu kreieren.
Zugegeben, dies ist im szenenweise überraschend gut gelungen. "Hitchcock"-Einfälle blitzen an jeder Ecke des Streifens auf. Der legendäre Thriller-Regisseur "Hitch" wird so stark gewürdigt, dass es hin und wieder schon aufdringlich plump wirkt.
Zu dick trägt Argento hier auf und vergißt dabei seinen eigenen Style.
So ähnelt der Streifen auch eher einer seelenlosen Auftragsarbeit als einem intensiven "Herzblut"-Film.

Die Schauspieler agieren (wie immer bei Argento) relativ oberflächlich.
Verblüffende Kamerafahrten und exzellente Beleuchtungseffekte sucht man vergeblich. So bleibt dem Zuschauer das stark vorhandene Amusement, sich an Hitchcock-Referenzen bzw. deren Huldigung sattzusehen.
Nur eines hat Argento dieses mal geschafft: eine halbwegs plausible Storyline zu schreiben - wenn auch manches Logikloch unübersehbar ist.

Argento - einst Ikone im Slasher- und Horror-Bereich - wagte sich an eine kleine Auftragsarbeit heran und schuf damit kein Meisterwerk aber einen Achtungserfolg um zwanghaften (?) Voyeurismus. Eingefleischte Agento-Fans und Gore-Fans wenden sich hierbei wahrscheinlich verärgert ab.
Mainstreamer finden Do You Like Hitchcock? sicherlich entsprechend gut.

Fazit: Gut - aber für Argento zu harmlos und standardmäßig produziert - hier macht sich der Geist eines TV-Levels bemerkbar.
Nur 2-3 Wendungen reißen das Ruder herum und bescheren die knappen 7 Points in meiner Gesamtbenotung.

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