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Nachdem der angehende Anwalt Jonathan Harker bei seinem Aufenthalt im Schloss des Grafen Dracula die schreckliche Identität seines blutsaugenden Gastgebers erkannt hat, stürzt er sich in panischer Angst aus dem Fenster. Wieder bei Sinnen findet er sich in der Klinik des Dr. Van Helsing wieder. Dieser hat bereits nach Jonathans Verlobter Mina geschickt, die sofort in Begleitung ihrer Freundin Lucy anreist, um ihrem Liebsten bis zur vollständigen Genesung beizustehen. Weder Jonathan noch Van Helsing ahnen, dass sich der Vampirgraf in dem alten Gemäuer gegenüber der Klinik eingenistet hat, und die Ankunft der jungfräulichen Damen kaum erwarten kann ...
Donnerwetter, keiner hätts gedacht, der gute alte spanische Schundfilmer Jess Franco kann tatsächlich Filme drehen, die man sich ohne bleibende Gehirnschäden anschauen kann. Das soll jetzt aber nicht heißen, das es sich hier um ein Meilenstein des Vampirfilmes handelt. Francos Adaption der Bram Stoker Vorlage krankt zum einen am niedrigen Budget das zum drehen zur Verfügung stand und am stellenweise ziemlich lahmarschigen Scripts. Es gibt kaum Stellen an denen mal ein wenig Tempo oder Action aufkommt, die Schauspieler müssen sich mehr durch die kargen Sets dialogisieren, als wirklich zu agieren. Der zur Verfügung stehende Cast ist dafür vom allerfeinsten. Neben Dracula Ikone Christopher Lee, geben sich hier noch Klaus Kinski und Herbert Lom die Klinke in die Hand. Besonders Kinski hat mal wieder einen einprägsamen Auftritt, mit einem Textvolumen von genau einem Wort, überläßt er seinen gewohnt irren Blick das Schauspielern, der Mann ist einfach ein Profi. Christopher Lee hingegen hat schon imposantere Auftritte als Dracula hingelegt, hier wirkt er eher als zahmer Blutsauger, statt als ein König der Vampire. Aus dieser Ansammlung großer Mimen hätte Franco aber noch deutlich mehr rausholen können.
Aus heutiger Sicht ist der Streifen natürlich nur ein harmloses Gruselfilmchen von anno dunnemals. Über die Specials FX breiten wir lieber den gnädigen Mantel des Schweigens, ebenso über kleine Ungereimtheiten wie Bisse in die rechte Seite des Halses, abseits der Schlagader, ist schließlich Franco. Der Film vermag trotz einiger Unzulänglichkeiten dennoch zu unterhalten, ohne an die wirklich Größen des Vampirfilms ranreichen zu können. Für Fans von Blutsaugerfilmen allemal einen Blick wert.
5/10

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