Review

„Das Interview“ ist ein kleiner, aber sehr gelungener Beitrag aus unserem Nachbarland die Niederlanden. Ein (fast) Zwei-Personen-Stück, welches Dank herausragender Schauspieler überzeugt.


„Ich werde mich gleich mit zwei Titten unterhalten...und die beiden können nicht mal reden“. Das ist das erste, was Pierre Peters (Pierre Bokma) einfällt. Pierre soll die bekannte niederländische Schauspielerin Katja Schuurman (Katja Schuurman) interviewen. Nur hat er dazu eigentlich keine Lust, da doch fast gleichzeitig das niederländische Parlament zurücktritt, und dies eine viel bessere Story wäre. Doch Pierre muss hin. Unvorbereitet trifft er auf Katja, und so beginnt auch das Interview. Aber eigentlich ist es keins. Man mag sich nicht, eigentlich will Pierre sofort wieder gehen und Katja hätte nichts dagegen. Doch irgendwie kommt es anders. Das liegt nicht nur an sexy Katja, sondern auch einfach daran, dass Pierre mal eben Katjas Tagebuch liest. Es beginnt eine Unterhaltung, die beide nicht vergessen werden...


Theo van Gogh kennt man die Deutschland eigentlich erst nach seinem tragischen Tod, als er von einem Islamisten auf offener Straße umgebracht wurde. Doch schon ein Jahr davor drehte van Gogh diesen wunderbaren kleinen Film, der fast nur ein Zwei-Personen-Stück ist, denn die komplette Handlung findet nur in Katjas Wohnung statt.
Daher war es umso wichtiger, dass die Schauspieler glaubhaft rüberkommen. Und genau das ist hier der Fall. Als Nicht-Niederländer kennt man die beide Protagonisten nicht wirklich, sei es Pierre Bokma oder Katja Schuurman. Letztere scheint wohl in den Niederlanden wirklich eine bekannte Darstellerin zu sein in der niederländischen Version von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Ja, so was gibt es auch dort, leider.

Die Stimmung des Films schlägt relativ schnell um. Als beide mal ein wenig anfangen, etwas privates zu erzählen, wird es von dem anderen gnadenlos ausgenutzt, um seinen Gegenüber fertig zu machen. Seien es berufliche oder private Probleme. Hinzu kommt eine leicht knisternde Stimmung zwischen dem 45 jährigen Pierre und der 25 jährigen Katja. Beide passen nicht zusammen, sie sagen es auch, dass sich beide eine andere Person vorstellen, mit dem man etwas anfangen würde, aber man weiß ja nie. Und Katja ist auch nicht gerade die Unattraktivste, ganz im Gegenteil.

Was der Film gekostet hat, kann ich nicht sagen, aber so viel kann es nicht gewesen sein, da die Aufnahmen wirklich in fünf Tagen abgeschlossen waren und wirklich in Katja Schuurmans Wohnung gedreht wurden. Doch gerade dieses Ambiente macht den Film so glaubhaft. Auch bei einem Filmstar scheint nicht immer die sonne im Leben, dies bemerken wir schon nach einigen Minuten.

Das Ende hat mir sehr gut gefallen, fast genial. Man kann sich vielleicht teilweise denken, was passiert, doch dann kommt alles doch ganz anders. Dies ist noch ein großer Pluspunkt des Films. Teilweise auch ein wenig zynisch das Ganze.


Fazit: Ein kleiner unbekannter Film aus den Niederlanden, der mir sehr gut gefallen hat. Unspektakulär inszeniert, überzeugt der Film aber auf inhaltlicher Seite. Für Leute, die mal etwas anderes sehen wollen, kann ich ihn bedingungslos empfehlen. Auch aus den Niederlanden kommt mal was gutes, sogar was sehr gutes.

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