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Der erfolgreiche Geschäftsmann Jack (Billy Zane) und seine attraktive Frau Jenny (Kelly Brook) laden ein weiteres Pärchen zu einem Yacht-Trip auf die Bahamas ein - dummerweise setzt ein etwas aufmümpfiges Besatzungsmitglied die Küche in Brand, sodaß die ganze Gesellschaft in die Rettungsboote muß. Kurze Zeit später werden Jenny und ebenjener Brandverursacher Manuel (Juan Pablo Di Pace) an den Strand einer der dortigen zahlreichen kleinen unbewohnten Inseln gespült. Vorerst gerettet möchte Jenny so schnell wie möglich wieder weg, während sich der Einheimische Manuel auf ein längeres Bleiben einrichtet. Als geschickter Fischer sorgt er für das Essen, entwickelt aber auch zunächst unterdrückte Gefühle für seine sexy Mitgefährtin. Da wird wenige Tage später deren Ehemann Jack an den Strand gespült...

Entgegen der Langweile garantierenden Inhaltsangaben zu diesem Blaue-Lagune-Verschnitt entwickelt sich die Dreiecksgeschichte dann zunächst besser als erwartet: Mit dem Auftauchen von Jack, der seiner Frau nicht traut und schon aus reiner Eifersucht den Dritten im Bunde ablehnt, kommt tatsächlich ein wenig Drive in die ansonsten Hochglanz-Urlaubsprospekt-Atmosphäre verbreitenden Bilder der zuerst Gestrandeten. Tatsächlich entwickelt sich ein Buhlen um die Gunst der schönen Jenny, wobei auch einige komische Momente inbegriffen sind, beispielweise wenn Jack zu fischen versucht und dabei trotz größter Mühe nur einige bunte Mini-Zierfische erbeutet, während Manuel mit Taucherbrille und selbstgebasteltem Speer genüßlich einen fetten Hummer über dem Feuer brät. Die Unterlegenheit des vermögenden Jack gegenüber dem Kofferträger Manuel zumindest in praktischen Dingen bleibt auch Jenny nicht verborgen, und schon bald zieht sie einen Seitenwechsel in Betracht. Als wäre sie eine menschliche Beute zwischen den beiden Streithähnen - dabei ist sie mit einem der beiden verheiratet - tragen diese ihre gegenseitigen Feindseligkeiten zunehmend aggressiver aus.

Neben einigen netten Ideen, von denen man sich auch gerne unterhalten und ablenken läßt, fallen bei genauerem Hinsehen wieder einige grobe Logiklöcher auf: Was war mit Jack in den zwei Tagen, in denen er auf See trieb? Wohin ist der Rest der Besatzung entkommen, und wenn jemand gerettet wurde, warum kam/kommt keinerlei Hilfe für die Gestrandeten? Auch die stets gepflegte Optik des Trios mag nicht so recht zu einer Survival-Geschichte passen, denn für den dargestellten Zeitraum von mehreren Wochen sind die Bärte der Herren erstaunlich gepflegt, die Klamotten kaum zerrissen, die Sonne offenbar nicht sonderlich stark und Trinkwasser gibt es - unbemerkt von der Kamera - auch irgendwo im Hintergrund. Warum man trotz der Aversion gegeneinander dann nur wenige Meter auseinander am gleichen Sandstrand haust, statt sich etwas zu zerstreuen, bleibt ebenso ungeklärt wie diverse andere Begleitumstände auch. Besonders schwachsinnig sind einige hineingeschnittene Filmschnipsel einer billigen Voodoo-Zeremonie von Manuels Ex-Freundin zuhaus an Land, die eine entsprechende Strohpuppe malträtiert, nachdem sie diese zuvor aus dem Kühlschrank geholt hatte - wtf?

Charakterlich vermag keiner der drei Protagonisten besonders herauszustechen - der Latin Lover Juan Pablo Di Pace traut sich zuerst nicht so recht und muss später sein aufbrausendes Temperament im Zaum halten, was ihm Punkte bei Jenny einbringt. Kelly Brook wiederum weiß ihre beiden hervorstechendsten Eigenschaften in einem stets blütenweißen Bikini-Oberteil stets bestens zu präsentieren (nur ganz selten rutscht da mal kurz etwas heraus) - auch wenn sie zunächst die Vermittlerrolle inne hat zieht es sie innerlich ganz deutlich in eine bestimmte Richtung. Würde Survival Island auch nur eine Spur Tiefgang enthalten (was ungefähr genauso der Fall ist wie das Meer am Sandstrand, in dessen knietiefem Wasser man Fischlein mit der Hand fangen kann), wäre Jennys Charakter allerdings mit dem einer hinterhältigen Schlange noch freundlich umschrieben. Bleibt noch Titanic-Fiesling Billy Zane, der hier mit Halbglatze und Großkotzigkeit anfänglich den weitaus schlechtesten (optischen) Eindruck hinterläßt, im Laufe des Films aber zumindest eine gewisse Entwicklung (wenn auch keine besonders große) durchmacht. Seine Rolle ist dadurch und durch sein permanentes Mißtrauen somit die interessanteste der drei - Sympathien kann aber auch er kaum verbuchen.

Wie so häufig entscheidet auch hier das dramaturgische Ende des Films über dessen Einschätzung - und hier versackt Survival Island dann vollends im Brackwasser, denn die aufgetischte Story ganz zum Schluß ist nicht nur völlig unvorhersehbar, sondern genauso langweilig und trivial wie der Beginn des Films. Eine Aufarbeitung oder gar moralische Abrechnung (letztere war auch nicht zu erwarten) findet nicht statt, ebensowenig wie die wenigen im Laufe der Handlung aufgezogenen Handlungsfäden zu Ende geführt werden. Insofern bleibt neben dem zweifellos optischen Leckerbissen Kelly Brook nur eine öde um sie herum gezimmerte Allerweltsstory mit ein paar zynischen Sprüchen von Billy Zane. Zu wenig, um im Gedächtnis zu bleiben. 3 Punkte.

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