Der Ex-Westernstar Howard Spence ergattert nur noch Rollen in B-Movies und lebt vom Ruhm vergangener Tage. Eines Tages hat er keine Lust mehr auf die Tretmühle und fährt zu seiner Mutter. Die erzählt ihm von einem unehelichen Kind und Howard macht sich auf zu einer Frau aus seiner Vergangenheit.
Auch als Nicht-Fan reinrassiger Dramen muß man durchaus anerkennen, das Wim Wenders mit dieser internationalen Produktion ein durchaus sehenswerter Film gelungen ist. Visuell gewohnt stark findet er recht geschickt den soliden Mittelweg aus Melancholie und feinem Humor, der den Weg des Antihelden auf Socken direkt vom Filmset hin zu den vernachlässigten Blüten seines bisherigen Lebens führt.
30 Jahre hat er Mutter und Familie vernachlässigt, da ist es schon eine gewisse Überraschung, wenn man feststellt auf einmal zwei erwachsene Kinder zu haben, wenn man vorher nur das Leben der Exzesse mit Drogen Alkohol und schnellem Sex kannte. So gilt es nun hier erstmal Vergangenheitsbewältigung und Zukunftsgestaltung zu betreiben, denn vor allem der Sohn ist nicht wirklich aus dem Häuschen vor Freude über den neu gewonnenen Papa. Dazu kommt noch das ihm ein Versicherungsvertreter (mal wieder herrlich fies, Tim Roth) auf den Fersen ist, da die Filmproduktion über seine überstürzte Flucht auch nicht gerade happy ist.
Manchmal ist die Erzählung aber auch etwas monoton, für jemanden der doch eher im Actionbereich zu Hause ist. Wenders setzt da eher auf die ruhigen, emotionellen Momente und für Freunde des eher tagikomischen Roadmovies sicher einen Blick wert.
7/10