Review

Achtung, Spoiler inside!

Es gibt kein Niveau, daß ein Film nicht noch unterbieten könnte, aber die Bianchis "Rückkehr der Zombies" versucht trotzdem tapfer, einen Meilenstein zu setzen. Für Trashfans sicherlich das Fest des Jahres ist diese inhaltliche und filmische Nullzone eine bisweilen sogar ganz lustige Zumutung. Zeitverschwendung inclusive.

Das fängt schon poppig an, wenn irgendein Almöhi (später als Professor identifiziert), wie ein Schlachter in einem Etruskergrab rumhackt, worauf die leicht angegammelten Anwohner mal auf einen Happen vorbeikommen. Während der Vorspann uns mit Synthi-Mucke vollbombastet, ahnen wir noch nicht, daß es hier keine Spur von Story geben wird. Der Beweis wird jedoch sofort angetreten: drei Pärchen und ein Kind, alle scheinbar begütert, machen sich in reichlich abgewrackten Fahrzeugen auf zu einem italienischen Landsitz der historischen Art für ausgedehntes Wochenende. Das war's auch schon! Welch Geistes Kind hier am Werke war, beweist schon die wunderbare Szene am Eingangstor, als sich Ehemann und Ehefrau im normalsten Tonfall durch geschlossene Autotüren unterhalten und sie permanent beim Reden geistlos in die falsche Richtung schaut.

Das Schönste am Film ist dann auch der Landsitz, wunderbar historisch und mit prachtvoller Gartenanlage. Wenigstens daran kann man sich sattsehen, aber es geht hier ja nicht um Gartenbau. Obwohl, der Gärtner hat schon geschludert, denn die modrigen Onkels liegen derart nah unter der Oberfläche, daß die meisten Wunden beim Festtreten der Aussaat entstanden sein müssen.
Auf böse Vorzeichen müssen wir gar nicht erst warten. Sohnemann Michael hat eine Hackfresse, die sich sehen lassen kann, so daß nicht so ganz sicher ist, ob er nun kleinwüchsig ist, entstellt oder an dieser vorschnellen Alterungskrankheit (Progenie) leidet. Dazu zieht er Gesichter, die sonst nur für Visionen reserviert sind. Ist aber auch derb, wenn er Papi und Mutti beim Nageln im Landbett erwischt. Mutti ist recht knackig, nur mit der Logik haperts, denn kaum erwischt, läßt sie die Decke Decke sein und turnt lieber nackt durchs Zimmer zum Nachthemd, daß sie dann vorsorglich um die Hüfte wickelt, als ob sie sich so nicht die Brüste verkühlen würde.

Überhaupt ist das Weekend zum Tackern da, denn dem wird sich hier erst mal lang und schmutzig hingegeben. Die Leute sollen ja was sehen, bis das Gematsche los geht. Dialoge gibt's dabei nicht und wenn sich doch zwei unterhalten, dann gibt das Ohrenschmerz galore.
Und man sollte sich beeilen, denn von der ersten Minute an sind unsere Butzemänner unterwegs, um sich einen Snack reinzuziehen. Daß der Film dennoch 82 Minuten dauert, ist der Tatsache zu verdanken, daß sie sich in Zeitlupe bewegen und das Anwesen recht groß ist. Dafür krabbeln sie jedoch aus jedem Erdloch, daß sich anbietet und die Sarkophage stehen auch zum Schmuck an der Flanierhecke. Praktisch dabei die grauen Lumpen, die irgendwie an abgelegte Arztkittel erinnern und reichlich aufgeklebte Gesichtsmasken der unterschiedlichsten Couleur und Qualität, hauptsache es sieht befremdend aus. Daß die Jungs flott bisweilen noch Augäpfel haben oder einige enorm frisch aussehen, schwamm drüber. Dafür hat der eine Maden auf der Nase, ist also überreif!

Derweil die Toten latschen gibt's inhaltlich tralala, wobei die Szene im Atelier heraussticht, wo eine der Damen eine Waffe abfeuert, der Knall dafür etwas später folgt. Währenddessen fliegen den Domestiken die Kronleuchter um die Ohren - da hat doch einer die Etrusker an die Stromleitung gelassen!. Jetzt geht's dann auch bald los und zwar heftig. Erst gibt Söhnchen Michael ein probate Einschätzung von einem Stofffetzen, denn der riecht "irgendwie nach Tod", anschließend muß Sohnemanns Daddy als erster dran glauben und hier zeigt sich auch, wieso es überhaupt zu Toten kommen kann: alle Anwesenden schreien auftragsgemäß so lange tatenlos auf der Stelle stehend, bis Wackeldackel und Kollegen nah genug für den Fangbiß sind. Der Ekelfaktor wird als groß beschrieben, doch schneidet man vom schreienden Gesicht gerne mal auf den bereits toten Kadaver, aus dem sich die Untoten dann ein paar schön orangene Eingeweide zuppeln und diese dann vernaschen. Ja, lecker Sache...

Derweil ist im Garten der Bär los. Die Bombasto-Synthies haben unterwegs nämlich ein Rudel Streicher getroffen und die beiden jammen jetzt gnadenlos um die Wette.
Im selben Rhythmus taumeln Zombie und Co durch die Anlagen und kommen immer näher an die flanierenden Pärchen, die ordnungsgemäß vor der Flucht erst mal fragen "Was willst du von uns?". Da die Klumpfüße leider nicht "Organspenden" sagen können, stapfen sie ungerührt weiter. Außerdem muß soviel Blödheit bestraft werden, weswegen Blondie in eine mitten im Park liegende Bärenfalle tritt. Ihr Stecher bekomt das Ding natürlich nicht auf und sorgt dann für die hinreißende Szene, in der er die Arme eines Zombies ergreift und deutlich sichtbar an seinen Hals führt, damit der auch weiß, wo er zudrücken muß. Aber in the last moment kommt das rettende Pärchen mit dicken Brocken und zermatscht ein paar Schädel, was pfundig ausschaut.

Ergo ist Verschanzung angesagt, denn die drei Zombies, die da die Autos betrachten, machen natürlich eine Flucht unmöglich. Doch weil Untot & Brüder gar nicht dumm sind, greifen sie zu ordentlich Werkzeug und machen die Verteidiger langsam aber sicher alle. Das ist wie alles andere meist auch in Zeitlupe realisiert und immer mit derselben orangenen Sauce garniert, wobei der Kracher noch Mutantensöhnchen Michael ist, der nach besonders gefährlichen Aktion Mutti mal wieder an die Titten will, weil Papa ja anderweitig verfrühstückt wurde. Das vergrätzt Mutti natürlich, worauf er in die Halle rennt und der schön zombieesken Leslie in die Finger läuft und ihr den Tip gibt, sie sähe "verletzt" aus, weil ihr ja das Gehirn dekorativ aus der Mütze sickert. Die spürt jedoch nur den kleinen Hunger kommen und nimmt statt Müllers Milchreis gleich die ganze lüsterne Kralle unseres Ersatzminderjährigen. Tja, arm dran und arm ab gleichzeitig.

Der Rest vom Fest ist pure Schreierei mit reichlich Dezimierung, wobei als tosendes Extra die durchgeknallte Stammesmutter mal so eben ignoriert, daß ihr Sohn ins etruskische Gras gebissen hat und läßt ihn endlich ran, was der Bezeichnung "die Brust geben" völlig neue Bedeutung verleiht. Als dann endlich alle abgeschlachtet werden, ist ganz dolle schnell Schluß, weil die Knatze alle war.

Ob es für diesen Murks ein Drehbuch gab, lassen wir mal dahingestellt, das Budget wurde jedenfalls den Masken geopfert und den armen Tieren, die die orangenen Gedärme zur Verfügung stellten. Wer also seine letzte Mahlzeit gut beisammen hat, dürfte vor Lachen sein Gebiß festhalten müssen, wenn er diesen Schwund betrachtet. Das ändert jedoch nichts an der permanenten Unfähigkeit aller Beteiligten. Unterirdisch: 1/10!

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