Review

Der katholische Filmdienst bescheinigt dem Film Die Rückkehr der Zombies im Lexikon des Internationalen Films "einige gelungene Sequenzen", um ihm dann freilich "Zynismus, Sadismus und Blutrünstigkeit" vorzuwerfen. Das ist insofern bemerkenswert, als daß sich dieser Film ansonsten kaum positiver Rückmeldungen erfreuen konnte. Im Gegenteil.
Allerdings tun die üblichen Verrisse diesem Film unrecht.
In der Tat handelt es sich um nichts anderes als das Zusammenstellen von Motiven anderer Filme - allerdings recht unterhaltsam gemacht.
Dem Kenner italienischer und spanischer Horrorfilme der 70er und 80er Jahre fällt sofort auf, daß sich Regisseur Andrea Bianchi und Drehbuchautor Piero Regnoli hemmungslos bei Amando de Ossorio, Mario Bava, Lucio Fulci und auch Joe d'Amato bedient haben. Im Prinzip bietet der Film kaum eigene, kaum neue Ideen. Er will einzig und allein an den Erfolg von Fulcis Woodoo und anderer Zombie-Filme seiner Zeit anknüpfen.
Diesen Umstand leugnet der Film allerdings gar nicht. Es geht nicht darum, irgendwelche hanebüchenen Erklärungen auszubreiten. Nein, der Film kommt gleich zur Sache. Die Exposition ist kurz und bündig: Ein Professor ruft auf einem Landgut irgendwelche etruskischen Untoten aus ihren Gräbern, wird von diesen getötet. Eine Personengruppe will den Professor besuchen und begibt sich zu dem Landhaus, um dann den Zombies erbarmungslos zum Opfer zu fallen.
Die spärlichen Versuche, die Personen näher zu charakterisieren, sind allesamt indiskutabel und störend. Das inzestuöse Verhältnis zwischen Evelyn und Michael ist abartig. Daß der Darsteller Peter Bark eindeutig gar kein Kind ist, befremdet nicht wenig. Auch die Liebesszenen der Besucher zu Beginn sind einfach nur schlecht und auf Bianchis unheilige Nähe zum Sexfilm zurückzuführen.
Für den Horrorinteressierten ist der Film insofern gelungen, als daß es nicht um pseudowissenschaftliches Geschwafel, verlogene Gesellschaftskritik oder uninteressante Charaktere geht, sondern einzig und allein darum, das Abschlachten aller Personen durch die Zombies abwechslungsreich vorzuführen. Zum Schluß bleibt niemand übrig. Die Zombies gewinnen. Alle Hoffnungen sind zerstört.
Dieser finstere Film, der in der Tat zynisch, sadistisch und brutal ist, zeichnet sich durch eine teilweise ambitionierte Kameraarbeit aus, die für Spannung sorgt. Teilweise wird trotz schlechter Beleuchtung (à la Joe d'Amato) eine gute Atmosphäre geschaffen. Für die Spezialeffekte zeichnete kein Geringerer als Gianetto de Rossi persönlich verantwortlich. Wie die meisten Masken der Zombies sind diese Effekte gut gelungen. Das mehrfach ausführlich dargestellte Ausweiden der Opfer soll eindeutig die Kannibalenfilmfreunde erfreuen. Die Leichenwürmer in den Gesichtern der Zombies wird Lucio Fulci aus seinem Kühlschrank zur Verfügung gestellt haben. Der Einsatz der Sense bei der Hausangestellten ist die wohl bekannteste Szene des Films und irgendwie witzig, wenn man bedenkt, daß ein Zombie die arme Frau zunächst mit einem genauen Nagelwurf an die Fensterläden genagelt hat. Das Abbeißen der Brustwarze ist eine nicht unerwartete Scheußlichkeit kurz vor Schluß, die aber auch keine neue Idee darstellt. Daß die Kreissäge nicht mehr im Einsatz gezeigt wird, ist verwunderlich, da der Regisseur ansonsten Wert darauf legt, à la Sam Peckinpah Tötungen möglichst in Zeitlupe zu zeigen.
Richtig schlecht an dem Film sind vor allem die schlüpfrigen Szenen, die Autofahrt am Anfang, die Begründung, die Zombies hätten die Autoreifen zerstochen (!), um eine Flucht zu verhindern, das unvermeidliche Treten Janets in eine Bärenfalle (!), um den Vorsprung vor den Zombies wieder zunichte zu machen, die neuen Plastikaugen einiger Zombies, die nur wenig in die ansonsten völlig wurmzerfressenen Visagen passen, die Beleuchtung draußen, Teile der Musik/Geräusche.
Fazit: Bianchi will keine große Geschichte erzählen, wozu sein Talent auch nicht gereicht hätte, sondern einen gradlinigen Zombiefilm mit möglichst viel Spannung und Splatter (Köpfewegschießen, Köpfezerschmettern, Ausweiden etc.) anbieten. Daß das alles aus rein kommerziellen Gründen geschieht, ist klar. Allerdings betrügt Bianchi seine Zielgruppe nicht, sondern bietet ehrlichen italienischen Horror - handwerklich gut gemacht.

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