Review

Auferstanden aus Ruinen


Noch weit bevor Romero Bub ein wenig IQ einpflanzte oder seinen untoten Kreationen in „Land of the Dead“ geistig auf die Sprünge half, gab es den eher unbekannten italienischen Zombie-Geheimtipp „Burial Ground“, in dem eine sehr spezielle bis seltsame Gruppe von Partygängern in einem alten Anwesen von wiederauferstandenen Leichen angegangen wird…

„Burial Ground“ hat ein paar gruselig-geniale Momente und Einfälle, die selbst Meistern wie Romero oder Fulci damals sicher ein (stolzes/eifersüchtiges?) Lächeln ins Gesicht bugsiert hätten. Das Zombiedesign. Ihre fiesen Fressen und ihre Art aus dem Boden zu kommen. Die bizarre, inzestuöse Familie. Das alte, atmosphärische und spinnwebenbenetzte Herrenhaus. Das Gemansche, der Gore, die unausweichliche und ausweglose Weltuntergangsstimmung. All das macht dieser italienische Zombieschwurbler famos. Dem gegenüber stehen aber nun mal Defizite, die den Klassikerstatus (selbst in seinem Subgenre) schnell wieder entreißen. Vor allem gibt’s keine einzige Person, die realistisch, sympathisch oder brauchbar wirkt. Es gibt nichtmal eine Person, die wir auch nur ansatzweise näher kennenlernen. Und deshalb geht natürlich sehr viel Spannung zur Katz. Dazu ein extrem freches und unfertig wirkendes Ende, das dann wiederum wirkt wie „Fulci ohne Können und Gefühl“. Die arme, verschenkte Kreissäge… Dazu dümmsten Dialoge und seltsame Schnitte. Ergibt für mich einen Zombiekracher mit vertanen Chancen, den man aber toll nebenbei laufen lassen kann und in dem einzelne Momente rocken. Das große Ganze aber zu oft abstinkt. 

Fazit: „Burial Ground“ aka „Die Rückkehr der Zombies“ hat eklatante Schwächen („Figuren“, „Dialoge“, „Schnitt“) - aber auch richtig dickgedruckte Stärken. Z.B. die genialen Zombielooks, seine erdige Atmosphäre oder die damals komplett neue und wegweisende Intelligenz der Untoten. Daher: zumindest für Zombiefans ein Muss! 

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