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Die Ballett-Tänzerin Myrna Fergusson hilft dem Scotland Yard-Inspector Craig dabei, einen Drogendeal platzen zu lassen und fängt sich dafür in dem Zimmer einer Absteige ein paar Kugeln ein... doch als die alarmierte Polizei am Tatort auftaucht, ist die Leiche spurlos verschwunden! Für Myrnas just aus Australien angereiste Schwester Danny steht nun die Frage im Raum, ob diese noch am Leben ist oder nicht. Der Zeitungs-Fotograf David Armstrong ist im Besitz von Bildern, die beweisen, dass Myrna anders als zunächst vermutet wohl doch nicht ermordet wurde, doch kurz nachdem dieser Danny die besagten Aufnahmen verkaufen will, fällt er selbst einem Killer zum Opfer. Inspector Craig klappert derweil alle möglichen Verdächtigen ab und kommt einem international agierenden Rauschgift-Ring auf die Schliche, der offenbar von dem Fleisch-Fabrikanten Baxter geleitet wird, der mit Myrnas Hilfe Heroin aus Asien in den Klamotten ihrer Ballerina-Kolleginen nach England eingeschmuggelt hat... Nach der einjährigen Pause, die man sich bei der Rialto nach dem durch und durch enttäuschenden "Das Gesicht im Dunkeln" in Sachen Edgar Wallace selbst verordnet hat, sollte "Die Tote aus der Themse" zu Beginn der 70er Jahre das Ruder nochmal rumreißen und die Reihe wieder auf Kurs bringen. Nun ja, das Vorhaben ist damals krachend gescheitert, denn auch wenn man das wirre Psycho-Thriller-Terrain nun wieder verlassen hat, ist dieser angedachte Comeback-Streifen leider doch nur ein fader Großstadt-Krimi rund die Machenschaften übler Verbrecher-Banden geworden, der fast gänzlich ohne gruselige Elemente auskommt... wenn man mal von dem Schauspiel von Uschi Glas absieht, das einem durchaus die Haare zu Berge stehen lassen kann. Charme und Esprit der besseren Vorgänger (sowohl in Schwarzweiß als auch in Farbe!) gehen der Angelegenheit ob der vorgenommenen Modernisierungen nun vollkommen ab, stattdessen wirkt "Die Tote aus der Themse" mit seiner recht beliebigen Kolportage-Handlung und der verwurschtelten Rauschgift-Thematik bisweilen fast schon wie die bundesdeutsche Trash-Variante von "The French Connection". Es dauert übrigens ziemlich lange, bis die titelgebende Tote da überhaupt mal aus der Themse gezogen wird, in der Zwischenzeit soll da eine andere Mordserie das Interesse des Publikums aufrecht erhalten, bei der ein mysteriöser Scharfschütze Kopfschüsse an irgendwelche Gangster-Typen verteilt, was gänzlich spannungslos abgespult wird, so dass man der Auflösung da nicht unbedingt entgegenfiebert. Die zentrale Mystery-Plotte ist derweil auffällig schlecht konstruiert, was man einem Edgar Wallace allerdings nicht anlasten kann, denn die geht doch eher auf das Konto von Produzent Horst Wendlandt, der die Story geliefert hat, aus der der uninspiriert arbeitende Regisseur Harald Philipp ein Drehbuch modeln musste. Für das größte Entertainment sorgt da wirklich noch die stete Parade hübscher Starlets vor der Kamera inklusive einem Oben-ohne-Kurzauftritt von Ingrid Steeger. So wirklich ernstzunehmen ist das alles ergo nicht, aber leider auch nicht mehr so pulpig-amüsant wie noch in den 1960ern, weshalb es einen wirklich nicht wundert, dass hiernach - mal abgesehen von den beiden italienisch co-produzierten Giallos "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" und "Das Rätsel des silbernen Halbmonds", die im Folgejahr von Wendlandt noch schnell auf die Edgar Wallace-Schiene geschoben wurden - endgültig Schicht im Schacht gewesen ist. Kurzum, "Die Tote aus der Themse" ist für mich der langweilige Tiefstpunkt der Reihe.

2/10

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