Review

Spricht man von dem Film „Die Tiefe“, weiß meistens niemand etwas damit anzufangen.
Spricht man von dem Film mit der „großen Muräne“, hört man überall „ach so, der...“!
Es ist schon beeindruckend, wie ein einziger zweimal angewendeter Effekt, das Nest einer großen (wirklich verdammt großen) Muräne, zum Symbol eines ganzen Films werden kann.
Dabei hat „Die Tiefe“ das überhaupt nicht nötig, denn es ist auch so ein hervorragender Schatzsucherthriller der feinsten Machart, der zudem noch hervorragend beklemmende Tauchsequenzen bietet.

Kennzeichen des Films ist sicher die Atmosphäre der Bedrohung, die über der ganzen Handlung liegt. Jacqueline Bisset und Nick Nolte machen eigentlich nur Tauchflitterwochen, als sie zufällig auf etwas stoßen: ein Schmuckstück aus einem Wrack unter einem Wrack. Nur leider finden sie auch eine Morphiumampulle und alsbald ist die halbe Welt hinter ihnen her und sie wissen nicht, wem sie vertrauen können. Louis Gossett jr. verfolgt sie als möglicher Rauschgifthändler ebenso gnadenlos, wie Robert Shaw als vertrauter Experte durch seine Ruppigkeit Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit aufkommen läßt.

Die Jagd auf das versunkene Morphium ist dabei noch gefährlicher als die reizvolle Suche nach der Herkunft der Schmuckstücke, die von einem Schiff stammen, daß eigentlich gar nicht vor den Bermudas liegen dürfte. Daß noch ein historisches Rätselspiel dazu kommt, erhöht die Qualität nur noch.

Am interessantesten sicher die Tauchsequenzen in dem alten Schiffswrack, die noch an Wirkung gewinnen, weil es a) dort von leicht sprengbarer Munition nur so wimmelt und b) es so verdammt eng ist, daß man schon Klaustrophobie kriegen würde, ohne Angst vor dem Tauchen haben zu müssen.

„Die Tiefe“ ist atmosphärisch dicht, dramatisch hochwertig und legt ein brauchbares Tempo vor, wobei keine leeren Stellen entstehen und auch für Action gesorgt ist. Nolte und Bisset schlagen sich achtbar, doch Shaw im feinsten „Jaws“-Modus ist eine Klasse für sich.
Optischer Reiz, Abenteuerlust und permanentes Unwohlsein der Marke „Ich möchte das nicht miterleben!“ halten sich perfekt die Waage. It ain’t art, but it is damned perfect entertainment. (8,5/10)

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