Die nächste Runde in Sachen Comic-Verfilmung wird eingeläutet. In der Umsetzung des DC Comics "Hellblazer" hat John Constantine (Keanu Reeves) viel durchgemacht. Er wurde mit der Gabe geboren, die auf der Erde wandelnden Dämonen wahrnehmen zu können. Das bereitete in solchen Ärger, dass er Erlösung im Suizid suchte. Aber auch das half nicht.
Constantine kehrte zurück in unsere Welt, wo er als verbitterter Einzelgänger und Kettenraucher ein Schattendasein fristet. Sein Gegner ist die Brut der Hölle, von deren Bekämpfung er sich insgeheim den Seelenfrieden erhofft. Eine depressive Grundeinstellung und reichlich Alkohol sind seine Grundeinstellung.
Eines Tages tritt die Polizisten Angela Dodson (Rachel Weisz) in Constantines Leben. Eine junge Frau vom Los Angeles Police Department, die am Selbstmord ihrer Zwillingsschwester verzweifelt, den sie sich einfach nicht erklären kann. Sie sucht Hilfe bei Constantine, denn wie es scheint, waren auch dabei übernatürliche Kräfte im Spiel. Unterstützung finden Angela und Constantine in Vater Hennessy (Pruit Taylor Vince), der Constantine seit jeher mit seiner hilfreichen Gabe, atmosphärische Veränderungen zwischen Gut und Böse spüren zu können, zur Seite steht.
Regisseur Francis Lawrence gibt mit "Constantine" sein Leinwanddebüt. Denn zuvor drehte er (wie könnte es anders sein) reichlich Musikvideos, wie z.B. für Aerosmith oder Will Smith. Beste Vorraussetzungen also für eine durchgestylte Dämonen-Hatz durch das nächtliche Los Angeles, das in blau-schwarzen Farben düster dargestellt wird. Doch anstatt mehr Action zu bieten, treten im Film leider meiner Ansicht nach viel zu viele Dialoge auf, die dann auch langatmig wirken aber denn Film keinesfalls runterziehen. Denn die ausgefeilt perfekten Special Effects, wie z.B. beim genialen Einstieg des Films oder bei der hochklassigen Actioneinlage im Krankenhaus wo Keanu Reeves mit seiner selbst gemachten Waffe mit extrem viel Coolness alle Dämonen aus Weg räumt sind ohne Frage die Highlights des Films, was ruhig hätte etwas mehr davon vorhanden sein können. Zudem passt die beklemmend düstere Atmosphäre zu der Story des Films, die auf den Zuschauer einfach klasse rüberkommt. Und das die Comic-Vorlage an einigen Stellen abgewandelt wurde (z.B. anstatt wie im Comic sich alles London abspielt wurde im Film alles nach Los Angeles verlegt) wird wohl niemanden stören.
Die Rolle des Detective Constantine ist für Keanu Reeves ("Speed", "Matrix 1-3") die erste große Rolle nach dem Ende der Matrix-Triloge. In seiner Neo-ähnlichen Rolle strahlt er so viel Coolness aus und lässt derart coole Sprüche von sich raus, dass einem schon die Spucke wegbleibt. Mal zeigt er den Dämonen so richtig wo es lang geht (ich erwähne da nur noch mal die Szene im Krankenhaus gegen Ende des Filmes) oder er agiert dann wieder depressiv in dem er mal wieder an der Flasche hängt. Mit dieser grandiosen Leistung spielt Reeves alle an die Wand und trägt den Film fast schon im Alleingang.
Die restlichen Darsteller mit Rachel Weisz ("Die Mumie") als Polizisten Angela Dodson, Gavin Rossdale als dämonischer Balthazar der Constantine schwer zu schaffen macht oder Djimon Hounsou ("Gladiator") als Hexer Papa Midnite, der einen teuflische Nachtclub leitet, können ihren Rollen ebenfalls überzeugen. Ach ja, nicht zu vergessen, denn da wär ja noch Peter Stormare ("Armageddon", "Bad Boys II") in einer kleinen Rolle als Satan, einfach herrlich.
Fazit: Hölle, Hölle, Hölle. Düstere Stimmung, Dämonen aus der Hölle, erstklassige Effekte und ein glänzend aufspielender Keanu Reeves. Da konnte ja nichts schief gehen. Regisseur Francis Lawrence hat mit "Constantine" ein gelungenes Leinwanddebüt hingelegt, das zwar etwas mehr Action hätte vertragen können, aber nichts desto trotz allemal sehenswert ist.