„Ich bin Constantine. John Constantine, Arschloch.“
Wow, was war ich ziemlich beeindruckt vom Trailer zu Constantine.
Ich hatte zwar noch nie etwas von einem „Hellblazer“ Comic gehört, geschweige denn von Constantine selbst, aber ist ja im Prinzip nicht weiter tragisch, denn was der Trailer zeigte ließ meine Erwartungen in die Höhe schießen.
Vielleicht ein kleiner Fehler wie sich später herausstellen sollte.
Constantine ist wieder einer dieser Helden die aus der Reihe tanzen, vom klassischen Bild eines Helden aus betrachtet. Quasi ein Anti-Held.
Keanu Reeves präsentiert uns mit John Constantine einen schlecht gelaunten, Kettenrauchenden, Alkohol in sich kippenden und zynischen Mann, der zudem noch eine besondere Gabe hat die er eigentlich gar nicht will.
Aber was der Charakter für eine Coolness an den Tag legt ist wunderbar.
Ein schönes Beispiel im Film für Johns Charakter ist die Szene als er von seinem Lungenkrebs im Endstadium erfährt und sich dann erstmal lässig ne Zigarette ansteckt.
Constantins Aufgabe besteht im Prinzip darin das Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde zu halten.
Aufgrund eines Selbstmordversuchs war Constantine für 2 Minuten in der Hölle und besitzt jetzt die Gabe in selbige zurückzukehren und Dämonen sowie Engel auf der Erde wahrzunehmen.
Der Haken an der Sache ist der, dass Selbstmord eine Sünde ist und er somit nicht mehr in den Himmel Auferstehen kann nach seinem Tod.
Um den Eintritt dennoch zu erlangen macht er sich auf die Jagd nach Dämonen die die Hölle verlassen und die Erde betreten.
Die Story an sich ist ziemlich cool und auch mal was anderes.
Leider verstrickt sie sich nach wirklich guten Anfangsminuten immer mehr und verliert zunehmend an Tempo.
Dies macht sich besonders negativ bemerkbar, weil einfach Minuten lang nichts wirklich wichtiges passiert.
Die Story wird einfach nicht konsequent weitergesponnen und die Einführung weiterer wichtiger Charaktere neben Constantine fehlt.
Man hätte aus der Story einfach viel mehr rausholen können und müssen.
Was dann wirklich Hammer an dem Film ist, sind die Effekte.
Alle technischen Spielereien sehen ohne Ausnahme richtig toll aus, besonders dann wenn Constantine durch die Hölle geht.
Positiv daran ist auch das man nicht von Unmengen an Effekten erschlagen wird.
Die Stimmung im Film ist düster und pessimistisch und passt sich gut dem Szenario an
Actionsequenzen gibt es nur wenige und leider dann auch nur sehr kurz.
Ein paar weitere hätten dem Film sicherlich gut getan.
Das Ende des Films ist ganz okay geworden, bietet nur leider keinen wirklichen Höhepunkt.
Neo, äh Keanu Reeves macht seine Sache als Constantine wirklich gut.
Hier und da schmeißt er mal den ein oder andern Oneliner rein, der das ganze geschehen auflockert und zum schmunzeln anregt.
Dies geschieht jedoch in Maßen und nicht wie jüngst in Blade 3.
Wirklich gute Leistung von ihm.
Die anderen Darsteller spielen meist ebenfalls gut.
Einzig die Rolle von Angela Dodson hätte man wohl mit einer anderen Dame als Rachel Weiz
bestücken sollen. Sie spielt zwar nicht wirklich schlecht, kann ihrer Figur aber nicht wirklich leben verleihen und wirkt sie daher eher unwichtig.
Zum ehemaligen Musik-Produzenten Francis Lawrence bleibt zu sagen das er kein schlechtes Filmdebüt abgeliefert hat, aber mehr hätte rausholen können.
Fazit:
Mit Constantine wird uns mal wieder ein richtig cooler Anti-Held präsentiert.
Die Story an sich ist richtig gut, nur hapert es leider bei der Umsetzung, sodass die Laufzeit von 121 Minuten doch manchmal zu lang wirkt.
Die Effekte sind wirklich Hammer geworden und die Darsteller können bis auf 1-2 Ausnahmen voll und ganz überzeugen.
Ich hatte insgesamt mehr Erwartet, vor allem nach dem genialen Trailer des Films.
Mit diesen Möglichkeiten wäre einfach viel mehr drin gewesen.
So hebt sich der Film aufgrund des Charakters Constantine, Keanu Reeves, der schicken Optik und hier und da guten Storyelementen auf überdurchschnittlich.
Neuen Storyschreiber einstellen, komplexere Story schreiben, neuen und besseren Regisseur einstellen und Teil 2 drehen.
Denn jetzt hab ich Lust auf mehr bekommen von Constantine. John Constantine.
Wertung 7 / 10