Leider ist auch CONSTANTINE, diese heftig antizipierte Leinwand-Adaption des "Hellblazer"-Universums, nun nicht so wirklich gelungen. Zwar verspricht die von Francis Lawrence realisierte Verfilmung nichts was sie nicht halten kann, und lässt auch ihre gelungenen Effekte nicht protzig aus dem Rahmen ihrer Handlung brechen. Dieses zeitweilig etwas luftig zusammengepatchte Sujet aus katholischen Dogmen, via Werken wie „God’s Army“ vorbereitetem Engelszwist und dem Ringen um eine metaphysische Balance mithin einer noiresken Detektivfilm-Dramaturgie ist gar nicht doof und mit Referenzen weit über den eigenen Kosmos angelegt, nur – wie betont – nicht immer wirklich kohärent. Wie so oft – vor allem im kontemporären Slasher ist das ein gravierender Makel – werden auch in CONSTANTINE viele nur zu nachvollziehbare Stränge ins Herz des Mysteriums gekappt, um schließlich einen eher unwahrscheinlichen Antagonisten sich mit einer mehr oder minder glaubwürdig dahingeschwafelten Erklärung präsentieren zu lassen. Für dieses Werk mag man sich die Konklusion zwar annehmen, was den Film aber dann dennoch ins Mittelmaß reißt, sind seine eklatanten Fehlbesetzungen. Natürlich scheitert – fast schon müßig, das hervor zu heben – vor allem Keanu Reeves in seiner Titelrolle – und er sieht dabei als krebszerfressener Kettenraucher noch nicht mal wirklich gut aus (so rechtfertigt meine Freundin gerne die Leinwandpräsenz dieses peinlich unbegabten Akteurs). Rachel Weisz mimt Angela, die katholisch, tropfäugige Bullette, und gleichsam auch deren suizidale Zwillingsschwester. Wahrscheinlich ist die Rolle gar nicht so angelegt, dass man sie mögen muss. Richtig traurig chargieren die Sidekicks des John Constantine, allen voran sein jugendlicher Chauffeur – nur gerecht, dass sie nacheinander alle auf sehr unangenehme Weise ins Gras beißen. Und schrecklicher als die Version der Hölle wirkt in CONSTANTINE dann tatsächlich noch die Verkörperung ihres dunklen Fürsten. Der ist zwar kein Viech mit Hinkefuß und Hörnern, aber in seinem diabolisch-manischen Overacting wenigstens genau so albern. Sollten sich die Scheitane da unten irgendwann mal aus dem feudalen Joch befreien und Demokratie einführen – Georgie würde auch diesen Kreuzzug sicherlich unterstützen – möchte ich auf jeden Fall Al Pacinos Darstellung aus „Devil’s Advocate“ auf einem der vordersten Listenplätze gesichert sehen.