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Auch wenn die Welle der Comicverfilmungen langsam abnimmt, so schaffen es Exemplare wie "Elektra", "Blade: Trinity" und "Batman Begins" es dennoch auf die Leinwand. Dabei versteht sich von selbst, dass nicht alle solche Musterbeispiele wie der erste "Blade", "X-Men", "Daredevil" oder "The Punisher" sein können. So auch "Constantine"!

Exorzist John Constantine (Keanu Reeves) hat einen verantwortungsvollen Job. Mit seinen Teufelsaustreibungen bewahrt er das fragile Kräftegleichgewicht zwischen Satan und Gott, die um die Seelen der Menschen streiten. Als ihn die Polizistin Angela (Rachel Weisz) bittet, ihr bei der Aufklärung des Rätsels um den Selbstmord ihrer Zwillingsschwester zu helfen, lässt sich der abgewrackte Seelenretter nur widerwillig darauf ein. Bald wird klar, dass die Menschheit an einem Wendepunkt angelangt ist. Wie es weitergeht, bestimmt Constantine - ob er will oder nicht...

Zum Glück hat Keanu Reeves (Im Auftrag des Teufels) hier nicht die emotionslose Mimik a'la Neo drauf. Ein Ersteklasse-Schauspieler ist er dennoch nicht, bringt seinen Part aber halbwegs passabel rüber. Ebenso Rachel Weisz (Beautiful Creatures), deren Leistung nach "Duell - Enemy at the Gates" und "Die Mumie kehrt zurück" etwas abgenommen hat. Irgendwie wirkt sie etwas zu blass in diesem eh schon steril wirkenden Film. Wenn man keine allzu hohen Erwartungen setzt, geht aber auch sie in Ordnung. Als Teufel kreuzt im Finale dann noch Peter Stormare (Bad Boys 2) auf, der das ganze Geschehen etwas auflockert. In Nebenrollen agieren Musiker Gavin Rossdale (Zoolander) und Djimon Hounsou (Stargate) als mystischer Alibi-Neger.

"Constantine" wirkt wie ein nur teilweise gelungener Mix aus "Angel - Jäger der Finsternis", "Der Exorzist" und "The Matrix", denn im Großen und Ganzen geht es wieder mal um das gute alte Gezanke zwischen Gut und Böse. Optisch wurde der Film dann nach "Matrix"-Standarts aufgemotzt und einige Szenen sehen dann auch recht beeindruckend aus. Allerdings wirken Wolkenkratzer in Himmel und Hölle etwas lächerlich. Oder will der Film damit symbolisieren, dass das Leben etwa Himmel und Hölle gleichzeitig ist? Wenn dem so sei, dann beinhaltet der Film mit besagten Szenen so was wie eine versteckte Botschaft. Doch auch solch eine Botschaft täuscht nicht darüber hinweg, dass "Constantine" lediglich visuell anschaubare Durchschnittsware ist. Im Finale ballert Constantine sich dann mit seinem jungen Bimbo in bester Daywalker-Manier durch eine Dämonenversammlung, ehe im finalen Gefecht mit Satans Sohnemann und Engel Gabriel mit Gebeten, Beschwörungen und größtenteils belangslosem Gelaber weitergefightet wird, ehe Daddy Luzifer den unartigen Sohn wieder nach Hause schickt. Warum durfte Constantine nicht mit seiner merkwürdigen Kugel- und Feuerpuste weiter ans Werk gehen? Hier wollte der ehemalige Videoclip-Regisseur Francis Lawrence wohl auf einmal originell sein. Nützen tut das wenig.

Im Endeffekt erweißt sich "Constantine" als durchschnittliche Comicfilm-Ware vom Fließband, die einigermaßen zu unterhalten weiß. Wer wirklich gut gemachte Comic-Action sehen will, dem rate ich jedoch zu den "Blade"- und "X-Men"-Filmen, "Daredevil", "The Punisher" oder "The Crow".

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