Review

Eine Frau mit Gedächtnislücken wird in eine Nervenheilanstalt eingeliefert, in der vor 20 Jahren ein verrückter Chirurg grausame Menschenexperimente durchführte und durch ein Erdbeben kehrt der Unhold nun zurück und sorgt erneut für Unruhe.

Von "Dead Pit" bin ich etwas enttäuscht, denn allseits vernehmbare Lobpreisungen und der Schnittbericht, den ich seit der Lesung in meiner Jugend irgendwo im Hinterköpfchen gespeichert habe, ließen ein spannendes und effektreiches Filmchen erwarten, was beides nicht ganz erreicht wird.
Die Geschichte beginnt mit einem Rückblick in die Sturm und Drang Phase des Chirurgen, der im Keller des Glockenturms der Nervenheilanstalt sein Unwesen treibt und den Patienten unangenehm böse mitspielt, doch ein Arzt kommt ihm auf die Schliche, verpasst ihm eine Kugel in den Kopf und sperrt ihn in den Räumlichkeiten ein. 20 Jahre später dann wird eine junge Frau eingeliefert, die sich weder an ihren Namen noch an ihre Herkunft erinnern kann und fortan mitten im merkwürdigen Geschehen nach einem Erdbeben in der Anstalt steckt.
Mit Ausnahme der Frau bleiben die Figuren dann auch ziemlich tiefelos und die Geheimniskrämerei um ihre Vergangenheit ist unnötig, denn als Zuschauer weiß man schnell, wolang der Hase laufen wird. Die Schauspieler werden auf Grund der beschränkten Figurentiefe nicht besonders gefordert, aber ich wage auch zu bezweifeln, dass diese schwierigere Darstellerhürden problemlos gemeistert hätten.
Das Spannungsniveau ist im Verlauf des Films sehr wechselhaft. Anfangs gibt es allerhand Unheimliches wahrzunehmen, im Mittelteil wiederholt sich Vieles und manche Szene ist arg in die Länge gezogen und im Finale geht es wieder einen Ticken spannender zu Werke, wobei die Schlusslösung (Stichwort: geweihter Wassertank) für ungewollte Komik sorgt.
Optisch ist das Geschehen interessant ausgefallen, denn Regisseur Brett Leonard hat anscheinend seine Hausaufgaben in Italofilmfarbgebung gemacht und verwendet stellenweise Farben wie man sie aus Dario Argentos "Suspiria" kennt, wobei das Ganze hier häufig wahllos wirkt und durchweg blau gehaltene Bilder wesentlich stimmiger gewesen wären.
Die Kamera ist für die ein oder andere ungewöhnliche Einstellung oder Fahrt gut, fängt das Geschehen wirkungsvoll ein und sorgt zusammen mit der passenden Musik und den nerventreibenden Geräuschen wie dem fiesen Gejammer der Patienten für eine dichte Horroratmosphäre.
Dass der böse Chirurg, der mit seinen ungeschnittenen Fingernägeln durch die Gänge schleicht, gerne mal seine Augen rot aufleuchten lässt und mit Nadeln hantiert, nicht ausreicht, um eine abendfüllende Bedrohung zu schaffen, haben die Macher gemerkt und lassen daher im Mittelteil die Zombies tanzen, was für meinen Geschmack nicht richtig genutzt wurde, denn die Untoten sind zwar zahlreich und gut zu Fuss, aber so wirklich wirkungsvoll sind sie nicht. Hinzu kommt, dass ihre Taten nur selten vor den Augen des Zuschauers von Statten gehen und die Effektemacher hier einen ruhigen Tag verleben durften.

Insgesamt ist "Dead Pit" ein durchwachsener Mix aus Mad Scientist und Zombiefilm mit Höhen und Tiefen, der unterm Strich nicht komplett überzeugt, aber auch nicht gleich das Weite bzw. den Filmmülleimer suchen lässt.

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