In einer Nervenheilanstalt entdeckt Dr. Swan, dass sein wahnsinniger Kollege Dr. Ramzi im Keller der Anstalt grauenhafte Experimente an Patienten durchführt. Im Streit erschießt er den Chirurgen und mauert den Trakt zu. 20 Jahre später wird die junge Sarah eingeliefert, die an Amnesie leidet. Während der Therapie hat sie traumatische Visionen von eben jenem Chirurgen, der nach einem Erdbeben wieder als Untoter auferstanden zu sein scheint. Doch damit nicht genug, erweckt der geisteskranke Chirurg seine formaldehydgeschwängerten Toten, die ein blutiges Chaos anrichten. Das ausgefallene Drehbuch schafft mit diesem Kleinod eine bemerkenswerte Verquickung von übersinnlicher, düsterer Atmosphäre und Untotenfilm. Die Hauptprotagonistin (Cheryl Lawson) findet in dem Sprengstoffexperten Christian Meyers (Stephen Gregory Foster) einen Partner, da ihr sonst niemand Glauben schenken will. Regisseur Brett Leonard, sonst eher für schlappe Nummern bekannt, fängt die kalte, dunkle Klinikatmosphäre mit blauem Licht ein, der teuflische Kellertrakt ist hingegen in schwefelgrün ausgeleuchtet. Auch die weiteren Patienten, die dort mehr oder weniger geistesgestört herumgeistern, verleihen „The Dead Pit“ eine beklemmende Grundstimmung, der Zuschauer ist zumindest in der ersten Hälfte gespannt, welche Richtung der Plot nimmt. Das Finale ist nicht gerade das Originellste, um einen ansonsten stimmigen Film abzuschließen, was nicht allzu schlimm ist, denn mit vielen Szenen in verlassenen Stationen und der dämonischen Besessenheit diverser Charaktere wagt sich dieser unterhaltsame Low-Budget-Streifen ohnehin in phantastische Gefilde. Auf einem logisch funktionierenden Drehbuch sollte man nicht bestehen, braucht es auch nicht, wenn hier unterhaltsam übersinnliche Anleihen gemacht werden. Immerhin bietet es mehr als ein paar verseuchte Untote, die den ganzen Film über Menschen jagen, die Zombies kommen sogar erst recht spät ins Spiel. Besonders der Chirurg mit seiner blutverschmierten Schürze ist ein optisch gelungenes Highlight, erst recht, wenn er seine kruden Operationen durchführt. Da wird mit Drähten im Gehirn herumgebohrt, während die Zombies standesgemäß mit Eingeweiden herummatschen. Trotz aller Härte und Blutigkeit in einigen Szenen hält die Kamera nicht immer gnadenlos drauf. Für den Gorehound dürfte das trotzdem reichen, diesem B-Movie verleiht das mehr unheilvolle Klasse und Psychothrill. Auf Gags wurde fast gänzlich verzichtet, was dem Film gut steht, konsequenter Weise hätte man auch die stets leichtbekleidete Hauptdarstellerin etwas ernster zeichnen können, statt sie mit einer Duschszene ins fade Licht zu rücken. Der gelungen düstere, teils treibende Soundtrack rundet das Bild von einem guten B-Horrorfilm ab, der in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte.
Fazit: Klinikzombies in albtraumhafter Story, die Untoten bekommen sogar Konkurrenz im Handling an offenen Gehirnen. 8/10 Punkten