Regisseur Brian Yuzna hat als Partner von Regiespezie Stuart Gordon und auch alleine schon so manche Horrorperle auf dem Kerbholz. So sind die „Re-Animator“-Filme, oder auch „Faust – Love of The Damned“ in B-Film-Kreisen echte Horrorklassiker. Insofern darf man gespannt sein, wenn Brian Yuzna ein neues Filmchen veröffentlicht, vor allem, wenn sich die Story halbwegs spannend liest: In der Zukunft ist ein Gefangener auf der Flucht. Ein sadistischer Gefängniswärter läßt den jungen Mann von einem Rottweiler jagen, der unheimlich leuchtende Augen und ein messerscharfes Stahlgebiss hat. Der Köter läßt sich auch nicht durch Kugeln töten und somit auch nur schwerlich abschütteln...
Der hier grob wiedergegebene Plot wird immer wieder durch Rückblenden unterbrochen, in denen gezeigt wird, warum der Flüchtige überhaupt verhaftet wurde. Leider sind gerade diese Szenen gradezu lächerlich und sinnfrei inszeniert. Dies liegt vor allem am schwachen Drehbuch. Beispiel gefällig? Der Mann und seine Freundin haben in einer Art Rollenspiel als amerikanische Staatsbürger Spanien „infiltriert“ und wurden dabei erwischt. Was wohl eigentlich als Darstellung eines fernen, totalitären Systems gedacht war, wie z.B. in „Fortress“ oder aktuell in „Die Insel“ wirkt hier einfach nur lächerlich. Gerade wenn der Held am Ende des Films die Stadt erreicht hat, in der er seine Freundin vermutet, wirkt das Ganze einfach nur billig. Es sollte wohl so aussehen, wie die Gefängnisinsel in „Die Klapperschlange“ oder das Vergnügungsviertel in „Total Recall“, tut es aber bei weitem nicht. Doch das ist nicht das einzige Manko von „Rottweiler“. Der Film ist einfach spannungsarm inszeniert: Es kommt weder Grusel noch Spannung noch Schrecken auf. Dafür identifiziert man sich auch zu wenig mit dem Flüchtling. Bis man genügend Hintergrundinformationen besitzt, die dies ermöglichen würden, ist der Film schon fast vorbei. Zwischendurch bekommt man noch eine unmotivierte Sexszene geboten, die so aufgesetzt wirkt, dass man sich schon fast in einem Porno vermutet. Dort brauchen die Protagonisten auch keinen Grund zum Vögeln...
Selbst wenn man sich von dem bisher gesagten nicht abschrecken läßt und meint, dass man den Film trotzdem sehen will, weil Yuzna-Filme zumindest nette Splattereinlagen haben, wird man enttäuscht! Eingefleischte Gorehounds (sic!) gähnen bei den gezeigten Effekten noch nicht mal. Da ist nichts in irgendeiner Art Beeindruckendes zu sehen. Gleiches läßt sich auch über die Darsteller sagen, die allesamt blaß bleiben und zu denen man keine Beziehung aufbaut. Es bleibt nur zu hoffen, dass „Rottweiler“ ein Ausrutscher in Yuznas Filmografie ist und er wieder so unterhaltsame B-Filme macht, wie die anfangs erwähnten!
Fazit:
2/10