Review

Spanien im Jahr 2018: Der Amerikaner Dante sitzt seit einem Jahr als illegaler Einwanderer in einem Internierungs-Lager, das unter der Aufsicht des sadistischen Leiters Kufard steht. Als Dante eines Tages durch einen Zufall doch die Flucht gelingt, hetzt der Aufseher ihm prompt einen blutgierigen Rottweiler hinterher, der seine Spur aufnehmen und ihn zur Strecke bringen soll. Nach einigen unangenehmen Begegnungen mit dem Köter, bei denen Dante jeweils nur knapp mit dem Leben davonkommt, dämmert es ihm, dass er es hier nicht mit einem gewöhnlichen Hund zu tun hat... und tatsächlich handelt es sich bei dem Rottweiler um einen technologisch aufgemotzten Killer-Cyborg, der sich einfach nicht abschütteln lässt! Dante hat derweil nur noch das Ziel vor Augen, seine Freundin Ula ausfindig zu machen und mit ihr aus Spanien abzuhauen. Klar aber, dass der Rottweiler ihm immer dicht auf den Fersen bleibt und so manch Unschuldiger im Verlauf der Hatz in kleine Stücke gerissen wird... Paul Naschy, die spanische Genre-Legende der 70er Jahre und aus vielen amüsant-trashigen Streifen unvergessen (insbesondere natürlich in seiner Parade-Rolle als Werwolf Waldemar Daninsky), mimt in "Rottweiler" den Gefängnisdirektor Kufard, bekommt dafür leider insgesamt nur wenige Minuten Screen Time spendiert und degradiert mit seinen Auftritten dennoch sämtliche anderen Darsteller auf die hinteren Plätze. Seine Szenen sind dann auch glasklar die Highlights von "Rottweiler", der eigentlich eher "Schrottweiler" heißen sollte, denn das Ganze ist nur ein lausiger Der-Terminator-trifft-auf-Tierhorror-Verschnitt geworden, in dem der Arnold Schwarzenegger-Part zur Abwechslung halt mal von einer fies dreinschauenden Töle übernommen wird und den Brian Yuzna nur knapp über dem grottoiden Niveau seiner Comic-Verfilmung "Faust - Love of the Damned" gestemmt bekommen hat. Okay, die besseren Zeiten von "Bride of Re-Animator" und "Return of the Living Dead 3" sind da schon lange vorbei, aber noch nicht einmal der akzeptable Level eines "The Dentist" oder "Progeny - Höllenbrut" wird hier von Yuzna nochmal erreicht, der mit den kläglichen Produktions-Bedingungen in Spanien weiterhin nicht zurande kommt, denn das vorliegende Filmchen fügt sich da doch wunderbar in den vergessenswerten Genre-Ausschuss seiner Fantastic-Factory-Klitsche ein. Trotz Minimal-Storyline will sich da auch partout kein Tempo in der Erzählung einstellen, denn da ist das Drehbuch von Stamm-Schreiberling Miguel Tejada-Flores mit seiner ständig von Rückblenden unterbrochenen Geschichte vor, das permanent versucht, dieses an sich eher simpel daherkommende Chase-Movie mit seiner Hund-jagt-Mann-Handlung irgendwie in dramatischere Gefilde zu drücken, was bei blutigem Trash wie diesem doch eine ziemlich beknackte Idee ist. Der finale Dreher ins Tragische wirkt dann auch alles andere als notwendig und man fragt sich ernsthaft, ob, ob nicht mal so ein billiger B-Schotter ohne Reminiszenzen an einen "The Sixth Sense" und dergleichen auskommt...? Ach ja, die Effekte rund um den Cyborg-Köter sind einigermaßen annehmbar und wenn der Rottweiler sich seine Opfer vornimmt, spritzt das Kunstblut, dass es nur so eine Freude ist und so manches Körperteil hält es dann nicht mehr am Rumpf... in den Momenten hat die F/X-Crew ganze Arbeit geleistet und zumindest Splatter-technisch kann Yuzna da nochmal kurz an sein Frühwerk anknüpfen. Aber dennoch... da hätte ich doch trotzdem lieber den dritten Teil vom "Dentist" gesehen als das hier...!

3/10

Details
Ähnliche Filme