Review
von Leimbacher-Mario
Ohne Krimi geht die Mimi nicht mit dem Sportlehrer ins Bett
An einem Mädchencollege geht ein grausamer Mörder um - und ein techtelmechtelnder Teacher und Schürzenjäger mit italienischen Wurzeln (unser Protagonist!) steht natürlich auf der Liste der Verdächtigen weit oben. Erst recht, weil er am Tag des ersten, bestialischen Mordes ganz in der Nähe des Tatortes an der Themse mit einer Schülerin auf einem Ruderboot zu Gange war und diese den Mord aus der Ferne scheinbar traumatisch (oder gar übernatürlich?) wahrnehmen konnte...
Edgar Wallace-Krimis ziehen mich weder an noch bin ich Experte in diesem Bereich, selbst wenn sie einem früher natürlich scharenweise und unumkehrbar im TV über den Weg liefen. Warum sage ich das? Weil diese deutsche Vermarktung von „What Have They Done To Solange?“ jahrelang dafür gesorgt hat, dass ich ihn (etwa auf Netflix) nie wahr oder für voll genommen habe. Doch als ich herausfand, was hinter diesen „grünen Stecknadeln“ steckte, wusste ich natürlich was zu tun ist: Play drücken! Ein waschechter Giallo von Massimo Dallamano, der nicht nur mit seiner fiesen Mordart wortwörtlich besticht. Dem Rätsel geht man gerne auf die Spur, allem unterliegt eine enorme Tragik, Erotik und attraktive junge Schülerinnen kommen nicht zu kurz. Der Score von keinem Geringeren als Morricone ist über jeden Zweifel erhaben. Alles, einfach alles, zeugt hier von mehr als nur einem Vorabendkrimi. Blutig, sexy, spannend. Kurz und knackig. Eine europäische Koproduktion von Rang, Namen und Klasse. Hätte man meiner Meinung nach nie und nimmer mit der Edgar Wallace-Reihe in Verbindung bringen müssen (selbst wenn die natürlich auch ihre eigenen Highlights und Vorzüge haben mag). Ich weiß auch nicht ob das irgendeiner Seite zum Vorteil gereicht hat. Allerdings hätte ich schon gerne die alte Hausfrau und Wallace'ianerin gesehen, wenn sie nichtsahnend diesen Themen, Kills und Schweinereien aufsitzt...
Fazit: ein „Großbritannien“giallo voller Gewalt, Gefahr und Gelüste. Mehr als Edgar Wallace. Viel mehr. Gar nicht könnte man eher sagen. Ein absoluter Ausnahmethriller der spannendsten und stylischsten Schule - vom erhabenen Morricone-Score über die attraktiven „Teens“ bis zu den bestialischen Morden!