Man wird ja doch manchmal fündig, wenn man auf der Jagd nach gutem (oder wenigstens mittelmässigem) Tierhorror ist wie in diesem Fall. Katzenhorror ist ja nicht gerade an der Tagesordnung in dem Genre. Desto mehr freute es mich, mal wieder einen ganz guten Film dieser Art zu erwischen.
Die Katzen an sich sind nicht sonderlich feindselig dargestellt und sind eigentlich mehr mittel zum Zweck, um den Film nicht von einer einzigen richtig fiesen Katze abhängig zu machen. Diese ist aber gut in Szene gesetzt. Sie faucht was das Zeug hält, schlägt mit den Pranken nach den Eindringlingen und wurde für den Film ziemlich "zurechtgerupft", damit sie auch richtig verwildert und bösartig rüberkommt. Besonders gut haben mir die Kameraeinstellungen aus Sicht der Katzen gefallen (bis auf einige Szenen in denen es fast schon übertrieben rüberkommt, das das Tier sich so clever hinter Bäumen usw. versteckt, wenn gerade jemand rüberschauen könnte). Die Katzen haben keine übernatürlichen Fähigkeiten oder so ein Dreck. Sie sind halt einfach nur fies. Die Attaken auf die Opfer geschehen so, das es nicht in einer Zerfleischorgie der Tiere endet, sondern es durch Stürze oder ähnliches zum Tod kommt. Das gezielte Vorgehen im Haus um die Mutter mit dem Kind "in die Pfoten zu bekommen" ist mit einem Augenzwinkern den Katzen abzunehmen. Ob sich Katzen so verhalten, dass sie im Rudel einer "Leitkatze" folgen und sich das Verhalten abschaun um an ihr Ziel zu kommen weiss ich nicht, aber ich hab ja auch keine Tierpsychologie studiert und somit nehme ich das mal einfach als natürliches Verhalten (soweit man das in dem Verwilderungszustand sagen kann) hin. Das geballte Auftauchen des Rudels in den einzelnen Szenen verursacht einem schon ein sehr mulmiges Gefühl und man möchte nicht wirklich in dieser Situation stecken auch wenn es sich eigentlich nur um Katzen handelt. Die Attaken auf die Personen sind aber sehr plump dargestellt und es ist unübersehbar, das die Darsteller sich mit steifen Stofftieren auseinandersetzen. Die Szene in der die fiese Katze entgültig den Gar aus bekommt (ich verrate jetzt mal nicht wie das von Statten geht) erinnert dann doch sehr an die Todesart eines scharfzahnigen Meeresbewohners im 2. Teil und in der später geklauten Szene aus dem gleichen Streifen in Deep Blue Sea. Die Präzision, mit der die Katze dies genau so hätte treffen können, ist dann schon sehr erstaunlich aber was solls.
Die Darsteller sind sehr gut gewählt (bis auf die Tochter, die fand ich dann doch sehr unpassend und zeitweise nervig) und handeln wie man es eigentlich auch machen würde. Sie machen Fehler, Alltagssituationen werden so gezeigt, das man sie selbst als "normal" ansieht, usw. Besonders gut hat mir der kleine Auftritt des Tierarztes gefallen. Er hatte eine Art an sich, die mich so manchmal hat schmunzeln lassen. Er ist zwar schroff, weiss aber genau was er tut und er macht ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, den Tierbesitzern klar, was für eine Verantwortung sie zu tragen haben. Einzig allein das Verhalten der Frau, als sie die zwei Katzen auf dem Dachboden findet und behalten will, ist es ihr total egal, dass ihr Mann eine höllische Katzenallergie hat und besteht auf Gedeih und Verderb darauf, die Tiere zu behalten.
Der Film ist sehr ruhig eingeführt und wird nicht wirklich hektisch. Die letzten Szenen in denen die Attaken sich dann ausweiten sind aber so dargestellt, das man nicht das Gefühl hat überladen zu werden.
Fazit: Der Film ist nicht der grösste Brüller im Tierhorror-Genre aber immerhin schon ganz lustig zu gucken.