Review

Nein, zu Ende ist sie noch nicht, die Geisterfilmwelle aus Asien. Immerhin muss man sagen, dass man sich zum Glück vom Kleinmädchen-Horror etwas entfernt hat. Trotzdem bietet das Genre langsam aber sicher keine guten Ideen mehr. „Red Eye“ ist der Beweis.


Zum letzten mal wird der sog. „Verfluchte Zug“ den Bahnhof von Korea verlassen. Jener Zug, der vor vielen Jahren einen schweren Unfall hatte, bei dem viele Menschen ihr Leben ließen.
Umso kurioser ist es, dass Oh Mi-sun ihren ersten Arbeitstag im Zug hat. Mi-sun verkauft Getränke und Snacks. Anfangs scheint auch alles recht normal, bis der Zug plötzlich für 10 Minuten stoppt, da der Zugführer ein kleines Kind auf den Schienen gesehen haben will. Nach den 10 Minuten ist nichts mehr so wie es war. Der Fluch scheint Wirklichkeit zu werden. Im inneren des Zuges passieren merkwürdige Dinge, Menschen verschwinden oder sterben und nicht jeder an Board des Zuges scheint ganz normal zu sein. Der Unfall von vor vielen Jahren zeigt seine Spuren.


Nun gut, als ich den Trailer zu „Red Eye“ gesehen habe, war ich recht positiv gestimmt, trotz des erneuten Geisterthemas, sah der Film im Trailer doch recht spannend und neuartig aus.
Wenn man den ganzen Film gesehen hat, muss man dies wieder relativieren. Zunächst sei gesagt, „Red Eye“ ist weder ein Rohrkrepierer noch ein Hammerfilm, er ist Durchschnitt, nicht mehr, nicht weniger.
Dabei hat der Film einige positive Aspekte. Die Idee mit dem Zug ist recht nett und bringt eine unheimliche Stimmung mit sich. Hinzu kommen diverse Passagiere, die alle ein wenig verrückt sind, dazu noch extrem unterschiedlich. Sie alle führen dazu, dass der Film im Inneren des Zuges recht abwechslungsreich bleibt. Auch die Tricks im Zug selber sind sehr gut gelungen, auch wenn einiges am Computer entstanden ist. Auch gibt es einige recht interessante Kameraperspektiven, die wirklich gut zum Geschehen passen. Kuriose Blickwinkel oder langsames Fortschreiten von oben durch diverse Räume des Zuges, all dies sieht wunderbar aus.
Warum funktioniert es dann nicht so ganz? Schlicht gesagt, alles was dann passiert hat man schon gesehen. Natürlich wird niemand überrascht sein, wenn ich sage, dass besagte Oh Mi-sun nicht zufällig im Zug ist.
Was dem Film noch fehlt ist die Konsequenz. Schocks werden angedeutet, aber nicht wirklich zu Ende geführt; da gab es Vertreter, die haben ordentlich mehr geboten. Und selbst über die Freigabe in Korea ab 12 muss man sich nicht wundern, wird der Film doch so gut wie nie explizit, in den entscheidenden Stellen wird natürlich abgeblendet. Es entsteht zwar eine gruselige Atmosphäre, die es jedoch nie schafft, den Zuschauer wirklich in den Bann zu ziehen. Es gibt einfach zu viel Leerlauf und vorhersehbar ist es teilweise auch.

Dafür kann man an den Schauspielern nichts aussetzen. Für das westliche Publikum und bestimmt auch für koreanische Zuschauer sind die Schauspieler ziemlich unbekannt. Sie machen ihre Sache jedoch gut, soweit man das hier beurteilen kann. Jedenfalls hakt es nicht an den Schauspielern, sondern am Skript des Filmes.


Fazit: Der x-te Vertreter aus Asien zum Thema „Gruselfilm“. Mittlerweile sollte man auch in Korea oder in Asien gemerkt haben, dass dieses Genre jetzt langsam ausgelutscht ist und nicht mehr viel neues bringen wird. So ist auch „Red Eye“. Es wurde die Örtlichkeit gewechselt, sonst bleibt eigentlich alles beim alten. Geister, Grusel etc. Wer nicht genug von diesem Thema haben kann, wird sicherlich auch hier gut bedient. Immerhin scheint es ratsamer, sich mal „Red Eye“ anzuschauen als den neusten Aufguss der Ring-Filme. Wer genug hat von den Asien-Gruselfilmen, kann sich „Red Eye“ getrost schenken. Eben Durchschnitt.

Details
Ähnliche Filme