Genauso wie die Slasher-Welle, so unterliegt auch die asiatische Horror-Welle langsam dem Eindruck, dass immer wieder mit den selben Mitteln, der Horror beim Zuschauer erzeugt werden soll. Vorzüglich sind es Geister sowie höchst mysteriöse Begebenheiten, die das Grauen beim Zuschauen hervorrufen sollen, ohne dabei irgendwelche storymäßigen Tiefen zu präsentieren. Auch "Train of the Dead" schwimmt auf dieser Welle mit, doch im Gegensatz zu diversen anderen Asia-Shockern von heute, kann dieser das Genre-Publikum endlich mal wieder richtig erschrecken.
Was die Story anbelangt, ist das Ganze aber natürlich vergleichbar dünn, auch wenn einige kleinere Innovationen durchaus vorhanden sind. Im Grunde geht es um eine Zugfahrt, auf der plötzlich unvorhersehbare Ereignisse geschehen. Vor allem die Zugbegleiterin Mi-sun trifft es hart, als sie sich plötzlich mit der Vergangenheit konfrontiert sieht und immer wieder auf allerlei mysteriöse Vorkommnisse stößt, die sie sich nicht erklären kann. Ist der Zug etwa von Geistern besetzt? Und was wollen sie nun gerade von ihr?... Obwohl inhaltlich kaum von anderen Genre-Vertretern zu unterscheiden, ist es hier vor allem die Kulisse, die mal etwas anderes bietet, als das Übliche. Zwar gibt es schon einige Filme, die einen Zug als Gruselkulisse zu bieten haben, doch vor allem im asiatischen Bereich ist diese Umgebung noch nicht verbraucht. Wirklich negativ fallen da eher die üblichen Logikbrüche auf, die allerdings nicht unbedingt häufiger sind, als sonst üblich. Alles in allem kann man schon durchaus zufrieden sein.
Und wenn man ehrlich ist, kommt es bei den Asia-Shockern hauptsächlich sowieso auf den Grusel-Faktor an und der ist hier nicht gerade dünn. Ja, wer sich von einem Film mal wieder so richtig gruseln lassen will und ein entsprechendes Soundequipment sein eigen nennt, der kommt beim "Train of the Dead" schon durchaus auf seine Kosten. Denn vor allem die Soundkulisse ist hier absolut famos ausgefallen. Egal ob man da den mal dezenten, mal tösenden Score nimmt oder die zahlreichen, im ganzen Raum verteilten, Soundeffekte. Wenn man sich richtig auf den Film einlassen kann, dann ist Gänsehaut jedenfalls genauso garantiert, wie der Ärger mit den Nachbarn!;)
Aber auch auf visueller Ebene wird so einiges geboten. Der Einsatz verschiedenster Farbfilter klappt hier optimal und die Masken- und Spezialeffekte sehen einwandfrei aus. Dazu die genauso einfache wie wirkungsvolle und eben, wie schon erwähnt, noch nicht abgenutzte Kulisse, sowie noch so manch anderes Schmankerl, das deutlich an der Atmosphären-Schraube drehen kann. Was die Inszenierung angeht hat der Streifen jedenfalls einiges zu bieten und kann somit, aufgrund der daraus resultierenden, immensen Atmosphäre, über die dünne Story locker hinwegsehen lassen.
Zu den Darstellern sei noch erwähnt, dass sie ihre Sache allesamt nicht schlecht machen, auch wenn sie jetzt keine sonderlichen Bäume ausreisen. Im Grunde das typische Niveau, was man aus dem asiatischen Schauspieler-Mystery-Bereich so gewohnt ist.
Fazit: Atmosphärisches und wunderbar gruseliges Asia-Schauererlebnis, das zwar in punkto Story nicht viel mehr als das Genre-typische zu bieten hat und auch in Sachen Logik keinen Blumentopf gewinnt, dafür aber mit wunderbar schaurig guten Werten in Sachen Inszenierung, wieder kräftig punkten kann. Vor allem die Soundkulisse kann für einige wunderbare Schocks gut sein und die Optik lässt einen mitunter herrliche Schauer über den Rücken laufen. Wer auf mysteriöse Asia-Schocker steht, und bei einer guten Inszenierung auch mal über eine dünne Story hinwegsehen kann, der darf ruhig mal in den "Train of the Dead" einsteigen. Dieses mal allerdings auf jeden Fall vorausgesetzt, dass er ein gutes Soundequipment sein eigen nennt. Denn ansonsten dürfte die Fahrt wohl doch nur halb so viel Spaß machen!
Wertung: 7,5/10 Punkte