Review

Der asiatische Geisterfilm scheint noch lange nicht seine Endstation erreicht zu haben, denn noch immer rollen stimmungsvolle Filme an uns vorbei und liefern hin und wieder ein paar wohlig gruselige Momente.
Doch „Train of the dead“ fährt nicht nur recht langsam, sondern verliert auf seinem Weg auch viele Passagiere, die sich Logik nennen und macht Zwischenstopps an austauschbaren Bahnhöfen, die man Schockeffekte nennt.

Mi-sun hat vor 15 Jahren bei einem schweren Zugunglück ihren Vater verloren, der damals der verantwortliche Zugführer war. Nun beginnt sie genau hier ihren ersten Arbeitstag als Serviererin in der Nachtschicht. Doch nachdem der Zug eine Notbremsung macht, weil ein Geisterkind auf dem Gleis erscheint, ist nichts mehr, wie es war. Mi-sun und ein junger Schaffner versuchen den Dingen auf den Grund zu gehen…

Zunächst das Positive: Der Streifen kann eine stimmige Gruselatmosphäre schaffen, der Schauplatz des Zuges ist noch nicht so verbraucht und der Einsatz diverser Blaufilter bewirkt eine leicht klaustrophobische Stimmung.
Die Darsteller agieren durch die Bank solide und der Vater von Mi-sun in seinen kurzen Szenen sogar noch besser.
Der Score kann mit ein paar schön komponierten Tracks aufwarten, die sehr gefühlvoll ausgefallen sind.

Dann aber das Negative: Die kurzen Schockeffekte wurden in fast sämtlichen Werken populärer Asia-Grusler der letzten fünf Jahre schon mal eingesetzt. Ob es die in Reihe ausgehenden Lichter sind oder die schwarzen langen Haare einer typischen Asiatin, - alles schon zigmal gesehen und meistens effektvoller in Szene gesetzt.
Noch schlimmer ist aber das scheinbar wahllose Screenplay, das mehr Fragen aufwirft, als es beantworten kann. Denn wo ist der malende Junge geblieben, was hat es mit den verbrannten Manuskripten des Dozenten auf sich und warum stirbt das Medium mit dem gelben Kleid.
Weitaus mehr Fragen ließe das löchrige Drehbuch zu, aber das sprengt am Ende meine Kognition, denn die Auflösung des Mysteriums ist noch weniger als dürftig…

So hat man am Ende einen koreanischen Gruselfilm, der mit seiner Grundatmosphäre die Aufmerksamkeit des Zuschauers aufrechterhält, im logischen Zusammenhang der Story aber vollkommen versagt.
4 von 10 Punkten

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