In einem Zug sind die Geister der Vergangenheit los.
Story:
Am 16.07.04 hat Mi-Sun ihren ersten Arbeitstag im Nachtzug nach Seoul. Wäre an sich nichts besonderes, wäre nicht genau 16 Jahre zuvor auf eben dieser Strecke ein Unfall passiert, bei dem über 250 Menschen ihr Leben verloren. Einige Waggons des Unglückszuges sind noch immer im Einsatz. Schon mal kein gutes Omen. Und so kommt es dann auch wie es kommen muss - nach der problemlosen Abfahrt hält der Zug plötzlich für 10 Minuten an. Der Zugführer will ein Mädchen auf den Gleißen gesehen haben. Der scheinbare Irrtum stellt sich schon bald als Beginn einer grauenvollen Nacht heraus, denn diese Nacht gehört eindeutig den Opfern des Unglücks...
Mal wieder Suspense-Horror aus Asien - dieses Mal aus Südkorea. Die Zutaten sind klassisch - ein Unglück in der Vergangenheit, dass immer noch Nachwirkungen hat. Geisterhafte Erscheinungen, Haare und viele wirre Charaktere geben sich auch bei "Train Of The Dead" die Klinke in die Hand.
Ist also nichts Neues, könnte aber dennoch einen stimmigen Film ergeben. Könnte, denn so richtig kicken will die Story um die von Visionen geplagte Mi-Sun nicht. Simpler Grund: Die gebotenen Schockeffekte!
Die sind erstens nicht gerade zahlreich und zweitens schocken sie nicht wirklich. Gut, ich bin da nicht unbedingt ein Maßstab aber ich denke mal, auch Gelegenheits-Horrorfilm-Gucker werden nur selten mal zusammenzucken. Dafür hat man als Genrekenner das Gezeigte (wie z.B. die Erwürgeszene mit der Perücke) schon zu oft gesehen und es ist auch zu harmlos dargestellt. Wozu der Film eine Freigabe ab 16 bekommen hat, ist mir völlig schleierhaft. Nur wegen dem bisschen Blut am Ende? Na ja...
Apropos Ende: Das ist ganz gut gelungen, wenn auch etwas verwirrend, da man nie so richtig weiß, was den nun gerade passiert und was in der Vergangenheit passierte. Nur bis es soweit ist, geschieht leider zu wenig, um den geneigten Zuschauer dauerhaft zu fesseln. Hier mal ein bisschen, da mal eine Kleinigkeit aber im Großen und Ganzen läuft die Zugfahrt doch eher glimpflich ab. Zumal es auch einige - ich würde nicht sagen schnulzige - aber dennoch belanglose Dialogszene gibt, die die Handlung nicht wirklich voranbringen. Auch die Anzahl der Charaktere hätte man vielleicht etwas reduzieren können, da eine Identifikation ja sowieso schon unmöglich ist.
Gelungen sind dagegen der Soundtrack (größtenteils) und mal wieder die Synchro, bei der auch einige bekanntere Sprecher mitgewirkt haben. Wer will, kann sich den Streifen zudem auch im koreanischen Orignal reinziehen, muss dabei aber leider auf Untertitel verzichten (sehr sinnig...)
Fazit: König im Suspense-Ring bleibt eindeutig Ju-On (beide Teile) auf der asiatischen und das Remake von "Amityville Horror" auf der amerikanischen Seite. "Train Of The Dead" ist ein ganz netter Horror für zwischendurch, etwa auf dem Niveau von "The Eye" oder "Unborn But Forgotten" angesiedelt. Kann man sich mal ansehen, eine ernsthafte Konkurrenz für die genannten Highlights stellt er aber nicht dar.
6 von 10 Punkten