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Hard Boiled ist der letzte Film den John Woo in Hongkong drehte, bevor er nach Amerika ging. "Hard boiled" ist im Prinzip ein "best of" seiner bisherigen Filme, wobei die Hauptrolle natürlich Chow Yun Fat spielt. Der Bodycount des Films stellt allerdings alles bisherige in den Schatten. Vergleichbar wäre vielleicht der Anfang von "Soldat James Ryan". Das Computerspiel "Strangehold", an dem auch John Woo beteiligt war, basiert übrigens auf diesem Film.

Zur Story: Inspector "Tequilla" Yuen, versucht einer Bande von Waffenschiebern das Handwerk zu legen. Dabei trifft er immer wieder auf einen gewissen Alan, der scheinbar auf seiner Seite ist. Doch Tequillas Vorgesetzter bestreitet die Existens eines Undercoveragenten. Tequilla spürt Alan schließlich auf und gemeinsam stellen sie sich einer Armee von Gangstern, die sich in einem Krankenhaus verschanzt haben.

Woo legt diesmal etwas weniger Wert auf eine Story als sonst, dies stört aber so gut wie gar nicht, da dafür Tequillas Persönlichkeit sehr komplex gestaltet wurde und er einfach ein abgefahrener Character ist.
Außerdem ist Woos Abschied aus Hongkong ein Actionfeuerwerk der Superlative geworden, dem man sein geringes Budget zu keiner Zeit ansieht. Ganz im Gegenteil, wirken die Feuergefechte und Explosion doch aufwändig wie nie.
Schon die Eröffnungsschlacht im Teehaus läßt das Gefühl aufkommen man sitze mitten in Bagdad. Dabei kann man auch die typischen Wooschen Merkmale wie beidhändiges Ballern und Slow motion bewundern.
Das Finale im Krankenhaus läßt sich schon gar nicht mehr in Worte fassen und befördert den Zuschauer nun endgültig an einen Strand in der Normandie. Unter anderem kann man sehen wie sich Chow Yun Fat und Tony Leung in einer 2 minütigen Sequenz, ohne einen Schnitt, durch einen Flur schießen, in einen Aufzug einsteigen, einen kurzen Moment der Ruhe genießen, nur um im nächsten Stockwerk weiter zu kämpfen.

Chow Yun Fat spielt seine Rolle genial wie immer, wahrscheinlich wird ihm Woo erlaubt haben, dass er sich bei diesem Projekt noch einmal so richtig austoben darf.
Tony Leung bleibt zwar, rollenbedingt immer etwas im Schatten und man erfährt auch nicht viel über ihn, spielt aber super und überzeugt auf ganzer Linie.

Hard Boiled gehört auf jeden Fall zu Woos besten Filmen und ist ein Meilenstein im Heroic Bloodshed Genre. Auch wenn die Gewalt ab und zu etwas übertrieben wirkt und die Story nicht unbedingt originell ist, ist dieser Film Pflichtprogramm.

8/10 Punkte

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