Inspektor Yuen ist ein Cop in Hongkong und in seinen Methoden ruppig, was seinen Chef nicht in Ekstase versetzt. Nach einem Massaker in einem Teehaus, bei dem Yuen einen Waffenschmugglerring sprengen wollte, soll er von dem Fall abgezogen werden. Das sieht der Cop aber gar nicht ein, geht weiter auf die Jagd nach den bösen Jungs und trifft auf einen verdeckt ermittelnden Alliierten.
Erzählerisch ist der von John Woo inszenierte Actionfilm nicht allzu anspruchsvoll. Dennoch bietet er immerhin zwei interessante Figuren, verdeckte Ermittlungen, Buddy-Momente und Rivalitäten zwischen Gangstern. An Substanz ist da nicht viel, aber genug, um bei der Stange zu halten, wenn manches Plotelement auch etwas ungelenk inszeniert ist. Ob man die dünne Handlung auf knapp über zwei Stunden strecken musste, darüber darf man sich streiten. Diese dient eigentlich nur dazu, von einem Gefecht zum nächsten zu leiten und das ist über die Spielzeit dann doch etwas ermüdend. Was die Leistung der Action-Koordinatoren in keiner Weise mindern soll.
Denn das ist die Kategorie, mit welcher „Hard Boiled“ alles wiedergutmacht. Was hier an Krawall geboten wird, ist eindrucksvoll. Man beschränkt sich in der Regel auf Schießereien und etwas Nahkampf, dennoch werden Augen und Ohren immer wieder durch mitreißende Sequenzen verwöhnt. Woo macht hier keine Gefangenen, das Blut spritzt, die Einschüsse fetzen sich durch die Klamotten, es werden die Massen durchlöchert und explosiv beseitigt. Das ist derart überzogen und stilisiert, dass man sich über die Verschwendung von Leben bald keine Gedanken mehr macht. Die Stunts sind teils sichtbar gefährlich und eben noch handgemacht, was das Gesehene ungemein aufwertet. Und die letzten dreißig Minuten, in welchen ein halbes Krankenhaus zu Klump geschossen wird, spotten jeder Beschreibung, wobei dennoch auf die Kameraarbeit hingewiesen werden darf. Lange Sequenzen und eine Nähe zu Figuren und Situationen schafft die Linse einzufangen. Wenn es nur nicht so viele Zeitlupen wären.
„Keine Freundschaft hält ewig.“
John Woos Kugelballett bietet famos choreographierte Action und das nicht nur im ausufernden Showdown. Dazwischen liefert er neben den zwei interessanten Hauptfiguren inhaltlich nicht viel und erzählt die notwendige Geschichte mit einigen Zeitlupen. Dennoch insgesamt ein explosiv inszeniertes Werk und das letzte, bevor es Woo in die USA zog. Eine gewaltige Abschiedsvorstellung.