Review

"Kung Fu Kannibalen" verspricht im Vorfeld eine interessante Mischung aus Material Arts und Kannibalen-Film, jedoch haben wir es hier auch nur mit einer weiteren Kung Fu-Klamotte zu tun, die im gesamten unter dem Durchschnitt der fernöstlichen Ware liegt.

Ich will nicht sagen, dass die "Trinker"-Filme, in denen Jackie Chan seine Gegner im besoffenen Zustand vermöbelt, viel an Substanz mitbringen, was die Story angeht, aber bei diesem Eastern ist der Plot eine Beleidigung an den menschlichen Verstand: Ein Dorf, "abgeschottet" von der gesamten Menschheit durch einen Fluss (in etwa die Breite des Rheins) verfällt dem Hang zum Kannibalismus, weil es ja außer zufällig gestrandeten Wanderern nix essbares gibt. Und wenn´s, wie im Intro zu sehen ist, mal nur Hühnchen sind, bockt das Fußvolk.
Das Dörfchen sieht aus wie jedes andere in Eastern und auch die Leute verhalten sich weitgehend normal - nur wenn der Oberschurke mitsamt seines  20-köpfigen Team, dass in affenähnlichen Masken, mal wieder "grilled human" niedergemetzelt hat und danach den Gong läutet, kommen sie alle den Berg hochgewandert, für sich die Beute untereinander aufzuteilen.
Doch dann taucht zu allem Übel ein ständig Zigaretten rauchender Kopfgeldjäger auf, der auf der Suche nach einem mehrfachen Mörder ist - und der auf Kannibalen  gar nicht gut zu sprechen.

Wem das noch nicht reicht, kann gerne weiter lesen, warum "Kung Fu Kannibalen" versagt.

Zum einen sind es die Kämpfe: Diese sind zwar weitestgehend ordentlich choreographiert, aber leider viel zu rar ausgefallen und auch auf diesem Sektor hat man schon weitaus bessere Fights gesehen.
Der Slapstick funktioniert nur in den seltensten Fällen, meistens ist er unpassend (z.B. wenn man eine Szene durch einen Gag "entschärfen" wollte) und besteht nur aus ganz miesen Kalauern.
Aber größtes Manko sind dann doch die Figuren: Mal von einen wenigen nervtötenden abgesehen (eine Transe, ein Dieb mit Sonnenbrille etc.), steht man als Zuschauer öfters im Regen und fragt, sich, was das Verhalten so mancher soll. Hier taucht mal einer auf, bei ´nem anderen fragt man sich, für was diese Rolle jetzt denn gut war.
Eigentlich ist kein roter Faden erkennbar, der Film wirkt wie Flickschusterei, bei der gar nichts zusammen passt und nicht rund läuft.

Ach ja, den Kannibalen Aspekt darf man ja nicht vergessen: Der vepufft hier im Nichts. Abgesehen, dass die Story sich da dran festgenagelt hat, passiert nicht wirklich viel mehr wie in anderen Eastern. Einzig erwähnenswärte Szene: Ein Mann wird (im Off) auf einer Schlachtbank mit einer großen Holz-Säge gezweiteilt.

Einen echten Volltreffer landete man dann wenigstens bei der deutschen Synchronisation: Man verpflichtete Thomas Danneberg für den rauchenden Helden, der sonst für Sylvester Stallone etc. herhalten muss. Aber leider macht das den Film auch nicht besser, höchstens, wenn man sich auf der Couch rumdreht und sich in seiner Phantasie ausmalt, dass Rambo gerade in ´nem Eastern vertreten ist.

"Kung Fu Kannibalen" zieht  neugierige Kunden mit seinem Titel an, jedoch schwächelt es sonst an allen Ecken und Enden.
Selbst für Eastern-Liebhaber nicht wirklich einen Blick wert.

3/10

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