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Wir kommen und werden euch fressen (1980)
CHING LUNG, der tätowierte Mörder wird gejagt. Der "FALKE" und sein "GELBER TOLLPATSCH" heften sich an seine Fersen. LUNG gelingt es, über den "großen Fluss" zu flüchten. Doch niemand der den Fluss überquerte, ist je lebend zurückgekommen. Trotzdem setzt sich der FALKE auf seine Fersen... und er muss dieses Wagnis teuer bezahlen. Im Gebiet des TONG - jenseits des Flusses - herrscht Hungersnot. Die Parole lautet: "Fressen oder gefressen werden". Kaum sieht sich der FALKE einem blutlechsenden Monsterweib entronnen, fällt er dem maskierten Schlächtern des TONG in die Hände. Die Messer werden gewetzt für einen grandiosen Leichenschmaus.

Regisseur „Tsui Hark“ sein zweiter Film nach „Todesgrotten der Shaolin„ aus dem Jahr 1979 hält ein Jahr später am Eastern und Kung-Fu Thema fest und noch dazu inspiriert von der italienischen Kannibalen Abenteuer Welle, der Marke „Umberto Lenzi“ und Co. drehte er einen Mix aus klassischem Kung-Fu Eastern mit Kannibalen Abenteuer und gibt noch einen Hauch Komödie hinzu, sodass man sagen kann Regisseur „Tsui Hark“ hat hier seinerzeit ein neues Sub-Genre in die Filmwelt gerufen, das heute noch seltener geworden ist, als Kannibalen Abenteuer eh schon ist. Die Kannibalen Thematik war also auch nach Asien geschwappt. All das macht diesen Film schon zu einem besonderen Streifen für Liebhaber und Sammler der exotischen Nischenfilme.

Die Story ist schlicht, aber sie funktioniert. Im Fokus steht ein Kopfgeldjäger, der einen tätowierten Mörder sucht. So gelangt er auf ein abgelegenes Inseldorf, wo die Bewohner reichlich Appetit auf frisches Menschenfleisch haben. Alle wollen ihn fressen, doch er ist ne harte Nuss und weiß sich kämpferisch mit Kung-Fu zu wehren. Dazwischen gibt es noch einen ulkigen Kleindieb, eine dickleibige liebestolle Dame, einen korrupten Dorfführer und eine kleine Lovestory. Mit Humor und etwas Gore läuft die Storyline ohne große Aussetzer durch und ist erstaunlich gut umgesetzt. Die einzelnen Elemente passen alle zusammen, ohne zu aufgesetzt zu wirken.

Die Umsetzung ist aus heutiger Sicht natürlich nostalgisch und herrlich 70er Like, so wie Liebhaber es mag. Vom Sound, bis zum blasskörnigen Bild ein klassischer spät 70er. Erstaunlich auch die kreative Umsetzung, die hier stimmig funktioniert. Man merkt das „Tsui Hark“ ein Fan von Kung-Fu Filmen ist, die er bis heute noch fleißig dreht und immerhin bis dato 40 Titel in seiner Filmografie zu stehen hat. Den Film könnte man auch als einen experimentellen Versuch bezeichnen oder als Spaß Film, der aus der Laune heraus entstanden ist und dafür ist die Umsetzung definitiv gelungen.

Schauspielerisch „Norman Chu Siu-Keung“ als „Agent 999“ der auch schon bei „36 Kammern der Shaolin“ 1978 seinen Auftritt hatte, hat natürlich routiniert gespielt und gab hier wirklich eine coole Rolle ab. Besonders die Dialoge waren passend für seine Rolle. „Eddy Ko“ als „Captain“ stand auch schon über 160-mal vor der Kamera und begann seine Filmkarriere bereits in den 60er. „Melvin Wong“ als „Rolex“ stand 83-mal vor der Kamera. Der Cast war gut gewählt und hat die Rollen überzeugend transportiert.

Subjektiv fand ich den Film interessant und natürlich besonders, denn wie viele Eastern gibt es in der Filmwelt die Elemente des Kannibalen Abenteuers beinhalten? So war der Streifen für mich ein kleiner Leckerbissen. Unterhaltsam war er auch, da die Story überzeugen konnte und handwerklich, wie kreativ gut umgesetzt wurde. Auch die Fight Szenen konnten sich sehen lassen, wobei mir hier die Schnitte etwas zu schnell waren im Vergleich zum restlichen Film. Ich würde den Film für alle Liebhaber des nostalgischen Kinos und natürlich den Eastern Freunden empfehlen.

Fazit:
Klassischer Eastern mit ungewöhnlicher und sehr seltener Thematik. Als Genre Freund Pflichtprogramm!

Bewertung:
7,0 / 10 Punkte.

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