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Es ist das Jahr 1959: Michael Courtland (Cliff Robertson) ist ein reicher Geschäftsmann. Sein idyllisches Familienleben wird gestört, als seine Frau Elizabeth (Genevieve Bujold) und seine Tochter Amy entführt werden. Die Entführer erpressen Courtland und verlangen eine reibungslose Übergabe des Lösegelds – ohne Polizei.

Courtland ist verunsichert und verängstigt zugleich und alarmiert letztendlich doch die Polizei. Die Polizei ist sich sicher, wenn er den Entführern das Geld übergibt, ist das Leben seiner Familie noch mehr in Gefahr als zuvor. Daher rät sie ihm, anstatt echtes Geld, Falschgeld zu übergeben. Im selben Koffer legen sie noch einen Sender bei und können die Gangster somit orten. Verfolgt von der Polizei fliehen die Entführer mitsamt den Geiseln. Michael Courtland, der bei der Verfolgung dabei ist, muss mit ansehen wie das Auto, in dem seine Frau und seine Tochter sitzen, in Flammen aufgeht.

Michael konnte dieses Ereignis nie richtig vergessen und trägt erkenntlich für Jeden eine schwere Schuld auf seinen Schultern. Er ist der Auffassung, dass wenn er das Geld übergeben hätte, seine Familie noch leben würde. 15 Jahre vergehen bis er auf einer Geschäftsreise in Florenz eine junge Frau mit dem Namen Sandra (Genevieve Bujold) sieht, die seiner Frau zum Verwechseln ähnlich aussieht. Wäre sie etwas älter könnte es tatsächlich seine verstorbene Frau Elizabeth sein. Michael ist verzaubert und verliebt sich in Sandra. Sandra bemüht sich währenddessen genauso wie seine verstorbene Frau auszusehen und ahmt sogar kleine Gesten nach. Michael ist so glücklich, wie er lange nicht zuvor war und beschließt Sandra zu heiraten.

Freunde, unter anderem sein guter alter Freund und Geschäftspartner Robert Lasalle (John Lithgow), sind der Auffassung, dass sich Michael in etwas reinsteigert und die Hochzeit überstürzt. Verärgert wendet sich Michael von ihnen ab.

Nach einem fiesen, angsteinflößenden Traum wacht Michael schweissgebadet auf. Er sucht Sandra, findet sie aber nicht. Stattdessen findet er erneut einen Erpresserbrief. Michael sieht dies als zweite Chance diesmal alles richtig zu machen. Er leiht sich das Geld von seinem Geschäftspartner Lasalle und verständigt diesmal keine Polizei. Diesmal muss alles klappen und Sandra darf nicht sterben.

Kritik:
Wer Alfred Hitchcock’s Film Vertigo kennt, wird auf jeden Fall große Ähnlichkeiten zu ihm finden. Doch anders als Obsession – Schwarzer Engel, glänzt Vertigo mit einer wunderbaren Inszenierung und fabelhaften Darstellern. Obsession hingegen ist ein Film, der wie gesagt, in die selbe Richtung geht, aber sich bei weitem nicht mit Vertigo messen kann.

Wer so deutlich vom Meister Hitchcock abschreibt, muss sich gefallen lassen, dass man den Film auch mit Vertigo vergleicht. Es ist ja auch kein Geheimnis, dass De Palma Hitchcock schätzte und gerne einige Ideen von ihm übernahm. Das kann in einigen Filmen sehr gut gelingen wie z.B. mit Dressed To Kill. Hier ist dieses Vorhaben meines Erachtens gescheitert.

Gescheitert ist es vor allem an der Durchsichtigkeit der Story und den Schauspielern, die mich eher abgeturnt haben. Erstmal zu der Story: Sandra, die Michaels verstorbener Frau wie aus dem Gesicht geschnitten ist, dient als Schlüsselfigur. Als Zuschauer hab ich relativ schnell begriffen, dass es kein Zufall ist, dass sie wie seine Ehefrau aussieht. Bereits als sie sich vorgestellt hatte, war mir klar wer Sandra ist. Nein sie ist nicht seine Ehefrau (sie ist deutlich jünger als seine Frau), also bleibt für mich nur eine Person übrig. Anders als bei Vertigo, wird der Zuschauer in Unkenntnis gesetzt und soll nach der Demaskierung Sandras ungefähr so reagieren „Was? Wie? Ich bin überrascht“.

Die Schauspieler: Cliff Robertsons Schauspiel fand ich langatmig und uninteressant. Sein dümmlicher Blick, der Trauer suggestieren soll, wirkt einfach nur armselig. Im Vergleich zu Geneviéve Bujold war dieser aber noch erträglich. Ihr katastrophales Schauspiel gegen Ende des Films ist nicht zu ertragen und mein Finger landet auf der Vorspultaste des DVD Recorders. John Lithgow ist der beste im Film und spielt auch ganz gut, aber es ist immer noch kein Vergleich zu „Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren“

Positiv bewerte ich die nette Filmatmosphäre und die Filmmusik, die auch ganz ok ist.

Fazit:
Ich schau mir viel lieber den großartigen Hitchcock Klassiker Vertigo an, als diesen flüchtigen Kitsch.

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