Review

kurz angerissen*

Ein „Vertigo“ der B-Klasse und als solcher mit einem ganz speziellen Reiz, für den es nicht schadet, dass man den Hitchcock-Thriller recht offen als Referenz bewarb. „Obsession“ pendelt weit ausholend zwischen dramatischem Weichzeichnerkitsch und einem überdrehten Thriller-Plot um Schatten der Vergangenheit und Wiederholung von Ereignissen, dessen von Metaphern des Todes und der Wiedergeburt beschlagene Twists wie grobschlächtige Schnörkel abstehen, Raffiniertes zu imitieren versuchen und sich letztlich mit zu vielen Geschmacksverstärkern als Abpausbild entlarven. Die Offensichtlichkeiten in Schraders Skript werden durch de Palmas Regie vervielfacht, wodurch überhaupt erst das unleugbare Guilty-Pleasure-Gefühl entsteht, diese Aufgeregtheit und Anteilnahme des Zuschauers, der sich von meisterhaften Teilinszenierungen gefangen nehmen lässt und das Vorgehen des Regisseurs noch im gleichen Atemzug völlig durchschaut. Kein Meisterwerk, Gott bewahre, aber eine ziemlich unterhaltsame Nachbildung eines solchen mit leicht karikaturistischem Strich.

*weitere Informationen: siehe Profil

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