Der Geschäftsmann Michael Courtland (Cliff Robertson) verliert seine Frau (Geneviève Bujold) und seine Tochter durch eine Entführung, in deren Verlauf beide ums Leben kommen. Die nächsten 15 Jahre verbringt er in tiefer Trauer, bis er in Florenz die junge Sandra kennenlernt, die seiner toten Frau bis aufs Haar gleicht. Er verliebt sich und will wieder heiraten. Doch kurz vor der Hochzeit wird Sandra entführt …
Ich mag es ja schon, wenn der Regisseur sich Zeit lässt seine Geschichte zu erzählen. Wenn Personen aufgebaut und komplexe Handlungsstränge eingeführt werden. Wenn die Kamera in schönen Bildern schwelgt und die Musik dazu Gefühle greifbar werden lässt. All dies liegt hier vor, und doch zündet es nur teilweise. Die Handlung kommt vielleicht ein kleines bisschen zu langsam in Schwung, Cliff Robertson spielt vielleicht ein klein wenig zu hölzern, die Geschichte ist vielleicht ein klein wenig zu durchschaubar …
Der Fairness halber muss man dann aber auch feststellen, dass Geneviève Bujold alles gibt und in allen Rollen sehr überzeugend ist, dass Bernard Hermann einen Hitchcock-Score abgeliefert hat wie in der besten Hollywood-Zeit (im positiven Sinne), und dass die Kamerabilder mit durchgehend leichtem Weichzeichner in eine andere Welt entführen und ein geheimnisvolles Universum aufbauen, in dem der Zuschauer sich leicht und gern verliert. Wäre dieser Film von einem Regisseur wie beispielsweise Maurizio Lucidi gedreht worden, er hätte ein Meisterwerk werden können. Aber de Palma steht sich selber, wie so oft, selber im Weg, und möchte zu viel zeigen. Trotzdem für Freunde gepflegter italienischer (sic!) Filmkunst allemal zu empfehlen.