Review

Es ist mittlerweile ja hinlänglich bekannt, dass die Koreaner ein Händchen für sentimentale und melodramatische Filme haben. Besonders gut bekommen sie es für mich aber hin, wenn Kinder mitbeteiligt sind. Der nostalgisch sentimentale "When I Turned Nine" aber auch der zum Ende leicht melodramatische "Lovely Rivals" sind Beispiele aus dem Jahr 2004. Leider werden die Kids in letzter Zeit zunehmend deutlich sexualisiert und für meinen Geschmack zu früh erwachsen dargestellt. Beispiele für diese Entwicklung sind "My Little Bride" und "Marrying Highschool Girl" ebenfalls aus dem Jahr 2004.
Bei "Chulsoo loves Younghee" ist dies nun glücklicherweise vollkommen anders. Hier bekommt man einen Film der stets ehrlich und authentisch bleibt, die Kids sind und bleiben auch Kids, werden vom Verhalten her auch so dargestellt und verlieben sich in ihresgleichen und nicht in die anwesenden Erwachsenen. Dadurch wird der Film zwar weniger spektakulär und erreicht auch nur ein eingeschränktes Publikum, doch er bleibt in seiner Ausführung und Entwicklung glaubwürdig. Die leider spartanische Ausstattung und das geringe Budget, sowie auch die etwas einfallslose Filmmusik, drücken ihn in der Bewertung dennoch runter.

Wir befinden uns an einer Schule in Südkorea. Wie überall gibt es auch hier kleine Raufbolde und Unruhestifter wie auch Musterschüler. Der Junge Chul-soo ( gespielt von Park Tae-young ) ist der Troublemaker der Klasse ; nicht nur leicht übergewichtig sondern auch stets dabei wenn es um Streiche geht. Leider sieht es um seine schulischen Leistungen ebenfalls recht düster aus.
In dieser Phase kommt das Mädchen Young-hee ( gespielt von Jeong Ha-eun ) neu in die Klasse. Sie ist neu in der Gegend und wohnt bei ihrer Oma. Diese betreibt einen Blumenladen und ist für die kleine Young-hee verantwortlich. Wir erfahren weiterhin, dass Young-hee ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall verloren hat und obwohl sehr aufgeweckt und tapfer, erkennen wir schnell die tiefen Narben in Young-hee´s Seele. Sie ist dennoch ein kleiner Sonnenschein und erfreut sich an klassischer Musik ; schnell wird der Inhaber des Musikladens in der direkten Nachbarschaft ihr Freund und schenkt ihr Tapes für ihren Recorder.
In der Schule fühlt sich Chul-soo sehr schnell zu der süssen Young-hee hingezogen und muss feststellen, dass sie nur Augen für den erwachsenen Geschäftsinhaber hat. Dieser allerdings ist in die Inhaberin des benachbarten Bücherstores verliebt und sieht in Young-hee nur ein kleines Mädchen.
Während sowohl Chul-soo als auch Young-hee eifersüchtig auf die jeweiligen erwachsenen Gegenspieler sind, kommen die beiden sich in der Schule langsam näher. Die gute Schülerin Young-hee gibt dem verliebten Chul-soo Nachhilfe und die beiden freunden sich an.
Während Young-hee vom eigenen CD-Player träumt, träumt Chul-soo nur von Young-hee und schmiedet einen geheimen Plan um sie zu überraschen.

Der Film bleibt seinem grossen Herz bis zum Schluss treu und verzichtet, obwohl mehrmals möglich, auf die zur Zeit typische Sexualisierung seiner beiden Hauptdarsteller. Zugegeben sind die zwei wirklich noch zu jung, doch auch das Schwärmen von Young-hee wird absolut passend dargestellt.
Besonders gelungen ist die Darstellung der seelischen Narben von Young-hee ; obwohl sie sehr selbstständig und aufgeweckt erscheint, hat sie doch auch Phasen in denen sie ihre Eltern vermisst und bitter braucht. Das plötzliche Versagen vor der Klasse und das Urinieren dabei reissen den Zuschauer aus seinen Vermutungen, die Kleine würde ihre Situation einfach so wegstecken. Ab diesem Punkt kommen die beiden Kids sich auch näher und helfen sich gegenseitig. Beeindruckend auch die Überraschung von Chul-soo und besonders sein Weg dahin.
Leider kommt der Film sehr spartanisch daher, die Filmmusik ist fast nicht vorhanden und die Ausstattung dürftig. Ob man bei Kinderdarstellungen von schauspielerischen Leistungen reden kann weiss ich ehrlich gesagt nicht ; Fakt ist dass ich beide als sehr angenehm autentisch empfunden habe.
"Chulsoo loves Younghee" ist mit Sicherheit kein grosser Film, weder vom Budget her noch vom Zuspruch am Box-Office kann er mit den grossen Produktionen aus Südkorea mithalten. Dennoch gebe ich ihm 7 Punkte ; weil die Story ehrlich ist und die Vermittlung ebenfalls glaubhaft rüberkommt. Ein kleiner und unauffälliger Film, der aber dennoch seine Daseinsberechtigung besitzt.

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