Review

Keine Chance die Füße still zu halten

Kevin Bacon als beschwingter Befreier einer steifen Kleinstadt,
er hatte einfach das ewige still stehen und brav sein satt.

Wer nicht tanzt, der ist kein Cooler, hey, hey!
Wer nicht balzt der ist kein Ruler, hey, hey!

Spaß beiseite, „Footloose“ hat einen Soundtrack on fire,
er wirkt aus einem Guss und dennoch nicht wie immer dieselbe Leier.

Diese Stadt brauchte einen Helden,
mal neuen Schwung, ein pfiffigen Groove, nicht immer denselben.

Es wird überraschend wenig mit den Hüften gewackelt,
doch Bacon war damals der Typ der Stunde, da hätte kein weibliches Wesen lange gefackelt.

Eine Geschichte und Sequenzen wie frisch aus dem Kopf eines frühreifen Kindes,
doch manchmal findet jedes Huhn ein Korn, sogar ein blindes.

„Footloose“ ist in Sachen Gehirnzellenverbrennung auf Harz4-TV-Niveau,
da verpasst man wenig, setzt man sich zwischendurch mal auf‘s Klo.

Doch im Endeffekt bleibt eine gute Zeit, ein leichtes Gefühl,
ein strunzdummes Werk, aber irgendwie herrlich ohne Kalkül.

Kein Musical, kein „Dirty Dancing“ und sicher kein Weltkulturerbe,
trotzdem war es toll und wichtig ihn gesehen zu haben, bevor ich sterbe.

Man möchte am Ende mittanzen und alle Zwänge abschütteln,
an dieser ansteckenden Plumpheit lässt sich nicht rütteln.

Außerdem gibt‘s mittendrin eine Montage, die gehört zum Allerbesten des Schlechten,
da möchte man fast wie Bacon durch die Wohnung hüpfen und hechten.

Also Augenzwinkern und durch,
da wird jeder faule Frosch zum swingenden Lurch.

Fazit: „Flashdance“ reversed? Ein fetter, saftiger Cheeseburger aus der Mitte des besten Jahrzehnts aller Zeiten. Mit Bacon. Viel Bacon. Kitschig af. Aber irgendwie lässig und ansteckend positiv dabei. Unsterblicher Teentrash. Selten schrie ein Film lauter „Zieht euch den Stock aus dem Arsch!“. Nie ernst zu nehmen, immer spaßig. Ein Klassiker des schlechten Geschmacks. Nahezu bierernst runtergespielt. 

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