Greta wird eines Tages bewusstlos von einer Grafenfamilie aufgefunden und dort beherbergt. Sie scheint ihre Erinnerungen verloren zu haben und um ihren Hals prangt eine merkwürdige Kette mit Inschriften der Inkasekte und der Jahreszahl 1906. Keiner weiss woher sie kommt, wer sie ist, aber der Graf gesteht ihr schnell seine Liebe und des Grafens Frau ist auch sehr schnell angetan von ihr. Hinsichtlich Gretas Unentschlossenheit in Sachen Liebesbeziehungen muss sie aber schnell mit dem Leben bezahlen...nicht zum ersten Mal. Nachdem sie im Schlosskeller "lebendig" eingemauert wurde, kehrt sie mit völliger Racheentschlossenheit zurück, um die Menschen zu morden, die an ihrem Tod bzw. Toden beteiligt waren.
Joe D'Amato fertigte mit "Mörderbestien", ein verhältnismässig bescheuerter und unpassender deutscher Titel, einen wirren Horrorthriller, dem man anfänglich nicht wirklich folgen kann. Es werden Rückblenden, Vorblenden und Traumbilder auf den Zuschauer losgelassen, ohne jegliche Substanz verliert der Zuschauer die Interesse der Handlung zu folgen. Oder auch umgekehrt. Ein auf mysteriös und poetisch getrimmter Giallo, der seine Merkmale als Giallo erst spät zu zeigen wagt, aber in seiner kompletten Inszenierung aus pompösen, schwülstigen Bilder überzeugen kann. Fans von sleazigen Filmen, die Anfang des 20. Jahrhunderts spielen, werden hier in völliger Romantik schwelgen. D'Amato scheute sich auch schon in seinen Anfangstagen als Regisseur nicht, von anderen namhaften Regisseuren Gebrauch zu machen. Ähnlich wie bei Fulci bedient er sich auf das Zoomen der Augenpartien, vergeht sich an der Symbolik E.A. Poes, mit der eingemauerten Frau (The Black Cat) , und führt einen Mad Scientist in seinen ohnehin schon wirren Plot ein. Den Platz, als geheimnisvoller Doktor übernimmt hier grandios Klaus Kinski, der aber im Verlauf des Filmes schon recht früh das Zeitliche segnet. Der Rest der Schauspielerriege verhält sich verhältnismäßig ordentlich, wenn man bedenkt, das dieses Werk, die Anfänge eines kommerziellen Trashfilmers waren, wirkt dieser bezaubernde Film mehr als professionel und kaum vergleichbar mit Man-Eater oder anderen seiner Werke. Deutlich zu spüren ist allerdings, in welche Richtung D'Amato im Laufe seiner Karriere gehen wird. Deutlich erotische Szenen, mit wirklich schön anmutenden Frauen. Allein die Darstellung der geheimnisvollen Greta weiss zu gefallen. Goremäßig ist das hier verhältnismäßig ordentlich, auch wenn es heute wohl eher unbedarft wirken würde.
Fazit:
Ein früher Film D'Amato in dem er beweist, dass er tatsächlich ein Könner seines Faches ist, bevor er mit Hardcorefilmen begann. Ein psychedilischer und vorallem sleaziger Film mit ordentlichen, romantischen Kulissen, die eine Idylle einzufangen wissen, aber auch ein Film, der mitunter mit seinen Rückblenden, Vorblenden und Traumvisionen stark verwirrt und oft arg anstrengend wird, zumal trotzdem alles sehr vorhersehbar ist. Irgendwo ein Film der irgendwie entäuscht, aber irgendwo auch wunderbar unterhält, verzaubert, aufgrund seiner Wirrheit.
Einer von wenigen guten Filmen, D'Amatos in dem er sein wirkliches Können unter Beweis stellt.
7/10