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Der bucklige Franz trauert um seine tote Schwester Greta, zu der ihn eine inzestuöse Liebe verband. Wie es zu dem Mord an ihr kam, erzählt die Geschichte rückblickend auf dem Anwesen des Grafen von Ravensburg. Dort hat Greta eines Tages einen Unfall mit der Kutsche und wird vom Grafen und seiner Frau pflegend aufgenommen. Beide verlieben sich in die Blondine, der Arzt (Klaus Kinski) versucht derweil, ihr Gedächtnis wieder herzustellen. Dabei stolpert er über ein Amulett um ihren Hals, die geheimnisvollen Zeichen darauf wecken sein Interesse. Der weitere Verlauf der Story und der bruchstückhaften Auflösung um das Rätsel von Greta von Holstein ist ziemlich konfus. In Vor- und Rückblenden verwirrt Joe D'Amato seine Zuschauer, nicht immer ist gleich nachvollziehbar, was eigentlich vor sich geht. Zum anderen wirft das Drehbuch, ebenfalls von D'Amato, verschiedenste Elemente und Subgenres in einen Topf, da wird vom Mad Scientist mit grünem Lebenssaft reanimiert, die untreue Geliebte mitsamt Katze eingemauert wie bei E.A. Poe, schließlich macht er sogar vor einer Untoten in verschiedenen Geistererscheinungen nicht halt. Die für den italienischen Schundregisser typischen Sleazeszenen sind relativ verhalten und nehmen nicht übermässig viel Raum ein, zudem sind sie in ihrer Art, die Gefühlsregungen der Charaktere wiederzugeben, oft rätselhaft. Dieses Sammelsurium ist es dann auch, das "Die Mörderbestien" zu einem wenig stringenten, teils anstrenden Film macht. Dabei ist die Auflösung des Plots am Anfang bereits erkennbar, die Finten sind mitunter auch auf das miese Schauspiel aller Beteiligten zurückzuführen, die durch ihre oft dümmliche Weise in die falsche Richtung lenken. Da macht auch Klaus Kinski keine große Ausnahme, sein Schauspiel, bis er recht früh über den Jordan geht, ist bestenfalls Durchschnitt. Die Goreszenen, von denen einige vorhanden sind, können mässig überzeugen, technisch schlampig umgesetzt wie bei den meisten D'Amatofilmen können sie, genau so wie die deutsche Synchro allenfalls für entsprechende Häme sorgen. Eine Augenauskratznummer kopierte D'Amato danach noch einige Male, insgesamt wirkt dieser frühe Schundstreifen des Italieners und Berufsklauers wie von den Trashfilmern Jess Franco oder Jean Rollin beinflusst. Dazu trägt auch die behäbige Erzählweise bei, die wenig Dialoge und viele langatmige Einstellungen aufzeigt. Francotypisch ist auch die Ausstattung, die mit einfachen, nicht immer authentischen Mitteln die Gründerzeit Deutschlands mit entsprechenden Kostümierungen vorgaukelt. Die illustre Gesellschaft am Hofe wird mal in erstaunlich schönen Kameraeinstellungen gezeigt. im nächsten Moment wiederum fühlt man die Unbedarftheit eines jungen Trashfilmers. Sicherlich "gehaltvoller" als viele seiner Spätwerke, doch nach über 30 Jahren eher unfreiwillig komisch, auch wenn damals die blutigen Szenen spektakulär waren. Ein spannendes Werk braucht niemand zu erwarten, "Die Mörderbestien" (unpassender Titel im übrigen) ist eher ein früher Italo-Gothic-Sleaze-Trash mit einer Ausstrahlung wie Valium.

Für D'Amato Fans und verwirrte Psychedeliker sicher einen Blick wert, schlüssig ist hier quasi nix. 4/10 Punkten

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