Inhalt:
Eine junge Frau verunglückt mit einer Kutsche, leidet fortan unter Gedächtnisverlust und wird von einem adeligen Paar aufgenommen, was schnell für Furore sorgt, da beide ein Auge auf den Neuankömmling geworfen haben. Der Schlossarzt entdeckt in der Zwischenzeit auf dem Amulett des Mädels eine chemische Formel, die den Traum des ewigen Lebens erfüllt. Daraufhin geschehen blutige Morde; die Polizei ist ratlos.
Kritik:
Dies ist einer der ersten Filme von Joe d'Amato. Man merkt hier, dass der Mann sich damals noch nicht auf seinem Lorbeeren ausruhte, sondern diese noch erwerben musste und so eine gelungene Inszenierung hinlegte. In seinen späteren Filmen machte er sich diese Mühe meist nicht mehr.
Die Kamera fängt viele tolle Bilder ein, welche das Schloss und die Umgebung wunderbar zeigen. Sowieso ist das Set gut gewählt und die schönen Kostüme kommen authentisch rüber.
Auch die Bewegungen der Kamera überzeugen und gekonnte Zooms und der Schnitt zeigen, dass hier jemand sein Handwerk versteht.
Alles könnte so schön sein, wäre da nicht ein großer Haken: die Story. Fängt der Film noch interessant, da undurchschaubar, an, so wird er mit zunehmender Laufzeit immer verworrener und langatmiger. Mich jedenfalls konnten die ewigen Rückblenden und Mysterieelemente wie die ständig auftauchende Zombievisage oder die nervende Katze nicht bei Laune halten.
Auch die unrealistischen Mordszenen können bei mir keine Pluspunkte sammeln. Die Idee mit den Schrotladungen ins Gesicht, der fulcieske Katzenkampf mit Augenrauspuler oder die ungewöhnliche Gesichtsrasur sind zwar gut, wurden aber äußerst matschig umgesetzt.
Die Schauspieler liefern solide Leistungen ab, wobei Klaus Kinski leider viel zu früh aus dem Film ausscheidet und so nur eine Nebenrolle einnimmt und nicht zu den Hauptdarstellern zählt, wie uns das Cover weismachen will. Leider werden einige Personen von extrem untalentierten Synchronsprechern gesprochen, was dem an sich ernsten Film viel unfreiwillige Komik aufdrückt.
Die Musik wiederum gefällt mir sehr gut, da sie besonders die romantischen Szenen gut unterlegt, aber auch in den Horrorszenen überzeugen kann.
Insgesamt kann man sagen, dass Joe d'Amato seine gelungene filmische Arbeit leider für eine schwache Story vergeudet, die anscheinend selber nicht weiß, worauf sie hinaus will und ich so den Streifen nicht weiterempfehlen kann. Schade eigentlich.