Während meiner Kindheit waren mir innerhalb vieler Besuche verschiedener Freizeitparks die Geisterbahnen am liebsten. Und tatsächlich kann einem während so einer Fahrt der Gedanke kommen: Einfach aussteigen und alles ergründen, wie funktioniert das und wo sind die Hebel.
Einen ähnlichen Gedanken muss seinerzeit Autor Dean Koontz verfolgt haben. Nur bei ihm sind es gleich vier abenteuerlustige Teenager, die prompt zur Zielscheibe eines Deformierten werden. Tobe Hooper hat, ein Jahr vorm legendären „Poltergeist“, das Zepter in die Hand genommen und daraus einen doch eher enttäuschenden Slasher gebastelt, der hier und da am schwachen Pacing leidet.
Dabei ist die Einstiegssequenz als deutliche Anlehnung an „Halloween“/“Psycho“ zu definieren, als Hauptfigur Amy (auch direkt oben ohne im Bild) unter der Dusche von einer vermummten Gestalt mit einem Messer attackiert wird. Zwar lässt diese Szene leichte Inzest-Folgerungen zu, aber beachtliche Gruselstimmung ist bereits gegeben.
Diese verfliegt jedoch rasch, als Hooper sich dem Treiben auf dem Rummelplatz widmet: Alle erdenklichen Stationen von Wahrsagerin über Autoskooter, Riesenrad und Karussell werden abgeklappert, wobei unsere vier Bekifften kein Stück Sympathie einheimsen können.
Die Leute vom Rummel übrigens auch nicht: Die sind entweder geldgeil, versoffen, latent nymphoman oder gar pädophil veranlagt.
Bei dem, der letztlich die vier Typen jagt, kommt gar alles zusammen, eine nicht unerhebliche Deformation inbegriffen. Erst trägt der Knabe noch eine Frankenstein-Maske, später zeigt er sein wahres Gesicht, eine Mischung aus Area-51-Fund und Castle Freak.
Wobei die Maske toll gestaltet wurde, jedoch kann sie zu keiner Zeit ihre bedrohliche Ausstrahlung voll entfalten.
Denn Hooper setzt hier merkwürdige Schwerpunkte, indem er auf unnötige warme Worte des Ziehvaters setzt, einen Sub-Plot einbaut, in dem sich Amys kleiner Bruder in der Nacht auf dem Rummelplatz verirrt (wobei diese Rahmenhandlung zu keinem befriedigenden Endergebnis führt) und insgesamt zu viele Nebensächlichkeiten einbaut, die den kompletten Vorlauf unnötig strecken, ohne die Erwartungshaltung zu erhöhen.
Durch die oberflächlichen Figurenzeichnungen vergeht die Zeit bis zum Einschreiten des Killers nicht gerade schneller.
Bis dato mag man dem Geschehen aber zumindest eine brauchbare Atmosphäre attestieren, besonders die planmäßige Fahrt durch die Geisterbahn, aber auch diverse Vogelperspektiven auf Teile der Kirmes schüren etwas Bedrohliches.
Als die vier letztlich in der Bahn nächtigen, hätte man jedoch einige Details der Attraktionen mehr einbauen können, gleiches gilt für die spätere Einbeziehung des Monsters während der Attacken.
Leider gestalten sich die Taten des Deformierten eher unspektakulär, vor allem mangelt es an Gore, da nur eine Axt im Kopf landet, einer von Getrieberädern zerquetscht wird und jemand anders den Tod durch Erschlagen findet.
Zumindest kommt brauchbare Bewegung ins Spiel, als die beiden letzten Überlebenden gegen das Monster und seinen Ziehvater antreten müssen, da einiges an Inventar zerdeppert oder zumindest zweckentfremdet wird.
Doch ein Meilenstein unter den zahlreichen Slashern der frühen Achtziger lässt sich hier leider nicht ausmachen. Zu ausladend der Einstieg, zu wenig aufregend die Morde, nur die Atmosphäre des Rummels, insbesondere der Geisterbahn weiß zu punkten.
Er macht zumindest Lust, den Besuch eines Freizeitparks mal wieder anzupeilen.
5,5 von 10